Haben Sie heute Erdbeeren geschlemmt oder frischen Spargel genossen? Dann sind Sie mitverantwortlich dafür, dass die Klimakatastrophe immer näher kommt. Wer Lebensmittel kauft, die von weit her kommen, sorgt indirekt für mehr Ausstoß von Kohlendioxid (CO2). Dass vieles eingeflogen wird oder per Schiff und Lkw nach Hamburg kommt, zeigt der MOPO-Test im Supermarkt.
"Man sollte möglichst nur Produkte aus der eigenen Region kaufen. So wird das CO2, das beim Transport entsteht, stark eingeschränkt", sagt Jörg Feddern (46), Energie-Experte bei Greenpeace. Der Transport per Flugzeug sorgt mit Abstand für die meisten Emissionen, gefolgt von Lkw, Bahn und Schiff.
Wie negativ sich Lebensmittel aus fernen Ländern auf die Umweltbilanz auswirken können, zeigt das Beispiel Spargel. In Norddeutschland hat er Saison von April bis Juni. Wer im Februar auf frischen Spargel nicht verzichten möchte, kauft welchen aus Chile. Kommt er per Flugzeug nach Deutschland, haben 100 Gramm davon einen Ausstoß von 1,7 Kilo CO2 verursacht. Bei Spargel aus der Region, der mit dem Lkw zum Markt gefahren wird, sind es nur 60 Gramm.
Oder Beispiel Erdbeeren. 100 Gramm der Früchte aus Südafrika schlagen mit 1,2 Kilo CO2 zu Buche, bei Erdbeeren aus dem Umland sind es 60 Gramm.
"Wichtig: Nur Obst und Gemüse kaufen, das bei uns gerade Saison hat. Es hat den kürzesten Weg und verursacht so die geringste CO2-Belastung", sagt Jörg Feddern. Also: Lieber einen Apfel aus dem Alten Land kaufen als einen aus Italien.
Pro Jahr verursacht jeder Mensch zehn Tonnen CO2. Wer viel Fleisch isst, auf regionale und saisonale Produkte verzichtet, ist für den Ausstoß von etwa 860 Kilo CO2 pro Jahr verantwortlich. Bei Vegetariern, die nur Bio-Produkte aus der Saison essen, sind es 340 Kilo.
Und was ist mit Produkten wie Ananas oder Bananen, die nicht in der Nähe wachsen? Jörg Feddern: "Am besten darauf verzichten. Aber wenn man mal Appetit auf Banane hat, ist das in Ordnung."