Gerade läuft in den Kinos "Anvil - Die Geschichte einer Freundschaft". Die Musik-Doku erzählt auf anrührende Weise vom Scheitern der gleichnamigen Heavy Metal-Band aus Kanada. Auch das Hamburger Electropunk-Duo Bratze wollte nach seinem 2007er-Überraschungserfolg "Kraft" ein Metal-Album aufnehmen. "Unser Versuch ist so was von gänzlich in die Hose gegangen", sagt Norman Kolodziej (33), eine Hälfte von Bratze und solo als Der Tante Renate (hyper)aktiv, "einfach grauenhaft. Aber ein paar Einflüsse sind schon noch drin."
"Korrektur nach unten + Die Notwendigkeit einer Übersetzung" ist ein Hexenkessel Buntes aus bratzenden Metalgitarren, elektronischen Beats und Samples geworden. Entstanden in nur drei Monaten in Kolodziejs Wohnzimmer am Rechner, Feierabendbierchen inklusive. "Wehe, du schreibst, wir haben drei Monate nur gesoffen und dann war die Platte fertig", sagt Kolodziej und lacht. Im Ernst: Wie nüchtern Bratze zu Werk gegangen sind, zeigen nicht nur Kolodziejs kantige Kompositionen, sondern auch die Texte von Bratze-Sänger Kevin Hamann (30) alias ClickClickDecker.
"Die Schweine von heute sind auch nur die Schinken von morgen", verpackt er Kapitalismuskritik auf humorvolle Art. An anderer Stelle fordern Bratze dazu auf, alle Internet-Profile zu löschen. Auch zur Gentrifizierung gibt es harte Slogans: "Niemand soll sagen, dieser Tank kann nicht knallen, die Stadt gehört allen."
Eine politische Band seien sie dennoch nicht, sagt Hamann. "Wir äußern unsere Meinung. Aber macht uns das schon zu einer Politband?" Fraglos aber ist, dass Bratze auf Tour wieder rocken werden, bis die Tasten von den Keyboards fallen. Kolodziej: "Das Material leidet schon erheblich" - ganz im Gegensatz zum Publikum.
Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?