Hamburg baut Ein-Euro-Jobs ab. Die Stadt steuert damit bewusst um, von niedrigschwelligen Arbeitsgelegenheiten auf die Vermittlung von höherwertigen, staatlich finanzierten Stellen für Arbeitnehmer, die noch nicht so lange aus dem Job raus sind und so noch bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Die Ein-Euro-Jobs reduzieren sich um 1300 auf 8800 Stellen. Bei etlichen sozialen Projekten wie Staddtteilküchen, dem Straßenmagazin "Hinz & Kunzt", den Pförtnerlogen der SAGA wird das zu einem Problem, weil ihnen in Zukunft die Ein-Euro-Jobber fehlen. Und das, obwohl diese Jobs auf Wunsch der GAL eigentlich mit besonderem Augenmerk auf die Stadtteilentwicklung vergeben werden sollten.
Grundsätzlich besteht über Parteigrenzen hinaus Zustimmung zum Umlenken auf die Förderung hochwertiger Arbeitsplätze. Laut der zuständigen ARGE lag die Vermittlungsquote von Ein-Euro-Jobbern in den ersten Arbeitsmarkt seit der Wirtschaftskrise nur noch bei 12,2 Prozent (davor 18,6 Prozent). Zudem konnten einerseits nicht alle Plätze besetzt werden und andererseits wurden reguläre Arbeitsverhältnisse durch Ein-Euro-Jobber verdrängt - was eigentlich nicht erlaubt ist.
Die neuen "bezuschussten Eingliederungsmaßnahmen" (BEZ) kosten Hamburg und den Bund 21,5 Millionen Euro. Geschaffen werden mit dem Geld 1300 reguläre Stellen, die zwar auf zwei Jahre begrenzt sind, die aber nach Tarif bezahlt werden. Allerdings nicht vom Arbeitgeber, sondern vom Bund und von der Stadt. Gefördert werden sollen Migranten, Alleinerziehende und Jugendliche ohne Schulabschluss. Besonders berücksichtigte Tätigkeitsfelder sind die Bereiche Recycling, Seniorenbetreuung, Stadtteilmarketing und Pflege von Spielplätzen.