Der Protest gegen das Hotel im Wasserturm geht in eine neue Runde. Denn morgen ziehen die ersten Gäste in die Nobelherberge ein. Zwar hat Mövenpick eine Eröffnungsfeier abgesagt, doch die Mitglieder der Wasserturm-Initiative planen ihre eigene "Hoteleröffnung" am 16. Juni. Das Motto: "Picknick in der Höhle des Möven".
Für morgen sind keine Proteste geplant. Jedoch ruft das "Freie Netzwerk für den Erhalt des Sternschanzenparks" im Internet zur "farblichen Umgestaltung" des Hotels während des Protesttages am 16. Juni auf. "Es wird Musik, Lesungen und eine Kundgebung geben", sagt Peter Hass (59) von der Wasserturm-Initiative. Die Polizei stellt sich auf einen größeren Einsatz ein. "Wir beobachten die Situation im Park ständig. Am übernächsten Sonnabend werden vermehrt Beamte im Einsatz sein", sagt Pressesprecher Ralf Meyer.
Kurz vor der Eröffnung des Hotels sucht nun auch Mövenpick Kontakt zu der Wasserturm-Initiative. Mehrere Mitglieder wurden zu einem Treffen in den umgebauten Wasserturm eingeladen. "Während andere sich von Autonomen distanzieren, sucht Mövenpick das Gespräch mit früher so bezeichneten Hotelterroristen. Wir haben dieses Angebot abgelehnt", steht in einer Mitteilung der Initiative.
Mittlerweile gibt es sogar eine Anti-Wasserturm-Modelinie. In der "Buchhandlung im Schanzenviertel" am Schulterblatt werden Shirts, Pullover, Jacken und Taschen mit besticktem Wasserturm und der Aufschrift "Für alle" verkauft.