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DROGENREPORT: Keinen Bock auf Kiffen

Hamburgs Jugend im kollektiven Rausch - das war einmal! Eine neue Studie der Suchtpräventionsstelle Hamburg zeigt Überraschendes: Die Jugendlichen leben im Schnitt so abstinent wie wohl noch nie. Im Jahr 2007 konsumierten Jungen und Mädchen zwischen 14 und 18 Jahren deutlich weniger legale und illegale Drogen als noch 2005. Die beste Nachricht dabei: Der Trend bei den 14-Jährigen geht am stärksten Richtung Abstinenz.



Für die aktuelle Studie sind 1290 Schüler zwischen 14 und 18 Jahren befragt worden. Bereits in den Jahren 2004 und 2005 gab es ähnliche Untersuchungen in derselben Altersgruppe. Neben dem Rückgang im Konsum fand Studien-Leiter Theo Baumgärtner heraus, dass Jugendliche wieder später zu Rauschmitteln greifen. Beispielsweise beim Alkohol stieg das Alter des Erstkonsums von 12,9 Jahren 2004 auf 13,3 Jahre 2007. "Jedes halbe Jahr, das wir den Einstieg verzögern können, ist ein gewonnenes Jahr", so Baumgärtner. So zeige sich beispielsweise, dass 18-jährige Raucher, die mit zehn Jahren angefangen hätten, doppelt so viel rauchen wie jene, die mit 16 erstmals zur Zigarette gegriffen haben.



Überhaupt, das Rauchen: "Wer wenig raucht, greift auch nicht zu Cannabis", sagt Baumgärtner. Laut Studie gab nur ein Prozent der Nichtraucher an, schon einmal gekifft zu haben, bei regelmäßigen Rauchern waren es 70 Prozent. Auch aus diesem Grund lobte Hamburgs kommender Gesundheitssenator Dietrich Wersich (CDU) das 2005 eingeführte absolute Rauchverbot an Schulen.



Die neue Drogen-Studie scheint auch mit einem Vorurteil aufzuräumen. Mit Blick auf den Cannabis- und Alkoholkonsum sagte Baumgärtner: "Es zeichnet sich im Moment ab, dass in den Stadtteilen mit einer sozial besseren Lage der Konsum weiter verbreitet ist als in Stadtteilen mit einer eher schlechten Lage." Und ein weiteres Phänomen ist zu beobachten: Während Jungen bei Zigaretten, Alkohol und Cannabis im Schnitt nur geringe Fortschritte erzielen, ist die Zahl der rauchenden, trinkenden und kiffenden Mädchen stark rückläufig: Bei der Frage nach Alkoholkonsum im zurückliegenden Monat sank ihr Anteil von 65 auf 54 Prozent. Beim Rauchen fiel der Anteil von 46 auf 37 Prozent und beim Kiffen halbierte er sich auf sieben Prozent gegenüber 2005.



"Wir haben eine echte Trendwende", jubilierte Gesundheitsstaatsrat Wersich (CDU). Er wolle aber gegen das exzessive Trinken vorgehen - womöglich mit einem neuen Gesetz.

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