Mit einer cleveren Taktik hat das Zollfahndungsamt eine internationale Drogenbande zerschlagen. Obwohl die Beamten etliche Ananas-Kisten mit Marihuana in einem Container gefunden hatten, winkten sie diesen durch - um an die Hintermänner zu kommen. Sieben Täter wurden gefasst und 5,5 Tonnen Marihuana sichergestellt. Es ist der größte Drogenfund des Zollfahndungsamts seit 15 Jahren. Der Drogen-Wert: 28 Millionen Euro!
Schon Mitte Dezember war der Container im Hamburger Hafen angekommen. Darin sollten Ananas aus Ghana sein. Die Fahnder stutzten, als sie sahen, dass die Ladung für eine Modefirma in Darmstadt bestimmt war. Ermittlungen ergaben, dass das Unternehmen nicht existiert. Daraufhin ließen die Fahnder den Container in der Prüfanlage durchleuchten. Unter der Ananas-Ladung befanden sich 5500 Kilogramm Marihuana und 18 Kilogramm Haschischöl.
Weil kurz nach Ankunft der Weitertransport des Containers nach Großbritannien beantragt wurde, entschieden die Ermittler, nachdem sie die größte Menge des Rauschgifts entladen hatten, den Container durchzuwinken. Sie wollten an die Täter in England rankommen. Dafür verfolgten sie die Ladung bis nach Bradfort. Als die Dealer den Container entluden, nahmen die Fahnder die sechs Männer fest. Der Haupttäter (33) wurde bereits zu neun Jahren Haft verurteilt.
Auch der deutsche Kopf der Bande konnte jetzt ermittelt werden. Es ist ein aus Indien stammender Kaufmann (48), der in Darmstadt lebt. Ihm drohen bis zu 15 Jahre Haft.