Die Story: Die Netze sind wieder einmal leer, der schottische Skipper droht seinen Kutter an die Bank zu verlieren. Um seinem Vater das zu ersparen, lässt sich Juniorkapitän Sean in Ostende auf einen dubiosen Deal ein: Für 4000 Euro soll er 20 illegale chinesische Flüchtlinge nach Schottland verschiffen. Die holt er zusammen mit Bootsmann Riley heimlich an Bord und bringt sie im Frachtraum unter. Weil er fürchtet, der Zoll könne ihnen auf die Schliche kommen, wenn sie ohne Fisch in den Heimathafen einlaufen, nimmt Sean jedoch nicht den direkten Kurs ...
Die Schauspieler: Die Crew des Kutters besteht aus Peter Mullan als von der Sorge um seinen Vater getriebenem Kapitänssohn, Martin Compston als raubeinigem, aber viel Mitgefühl für die Flüchtlinge entwickelndem Bootsmann, Gary Lewis als wortkargem Skipper und Steven Robertson als verklemmt-unsicherem Smutje. Ihr intensives Zusammenspiel ist eine großartige Ensembleleistung.
Der Autor und Regisseur: Der in Deutschland lebende Brite Steve Hudson schildert die Ereignisse an Bord hauptsächlich aus der Sicht der um ihre wirtschaftliche Existenz bangenden Fischer. Die Chinesen bleiben mit Ausnahme des Mädchens Su Li, das sich rechtzeitig von seinen Leidensgenossen absondert und in den Maschinenraum flüchtet, anonym. Dennoch wird jederzeit deutlich, dass ihre Lage zunehmend misslicher wird, dass ihr Wohl und Wehe ganz von den Entscheidungen der Schiffscrew abhängig ist. Was als beklemmendes Sozialdrama á la Ken Loach ("Sweet Sixteen") beginnt, entwickelt sich allmählich zu einem atmosphärisch dichten Thriller, bei dem schließlich jedes Besatzungsmitglied moralisch Farbe bekennen muss.
Fazit: Wer sich dieses packende Drama anschaut, dem wird der Satz "Ein guter Kapitän denkt immer zuerst an sein Boot" lange in Erinnerung bleiben.