Die Story: Johan ist Bauer und könnte mit seiner Frau Esther und den sechs Kindern eigentlich glücklich und zufrieden sein. Nur: Er hat sich in Marianne, eine Eisverkäuferin, verliebt. Mehr als anderswo ist so etwas in einer Mennonitengemeinde natürlich ein Problem. Auch wenn diese in der Region Chihuahua lebenden strenggläubigen Protestanten dem modernen Lebenswandel gegenüber sehr viel aufgeschlossener sind als etwa die Amish People in Peter Weirs "Der einzige Zeuge". Johan offenbart sich einem Freund, der sein Dilemma versteht, und später seinem Vater, der nur lakonisch feststellt: "Esther ist deine Frau." Auf einer langen Autofahrt erleidet Esther einen Herzinfarkt und stirbt. Während der Trauerfeier, zu der auch Marianne kommt, geschieht dann etwas ganz und gar Unerwartetes ¼
Die Schauspieler: Sämtliche Figuren werden von Laiendarstellern verkörpert, die alle eine große Leinwandpräsenz ausstrahlen. Für den in Chihuahua lebenden Cornelio Wall Fehr war dies die erste Begegnung mit einer Kamera überhaupt. Miriam Toews, die die Ehefrau spielt, ist eine kanadische Schriftstellerin und ebenso Mennonitin wie die aus Kasachstan stammende und heute in Deutschland lebende Maria Pankratz (Marianne).
Der Regisseur: Nach den extrem provozierenden und entsprechend kontrovers diskutierten Vorgängerwerken "Japón" und "Battle in Heaven" schlägt Carlos Reygadas hier nun einen geradezu gesitteten Ton an. Von der ersten langen, einen malerischen Sonnenaufgang zeigenden Einstellung an entwirft er Tableaus von erlesener Schönheit. Die Beurteilung der Figuren und ihrer Handlungen überlässt Reygadas diesmal klugerweise ganz dem Zuschauer.
Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?