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Drama

Séraphine

Die Story: Der deutsche Kunstsammler Wilhelm Uhde, der als Entdecker von Picasso und Rousseau gilt, zieht 1912 in das französische Städtchen Senlis. Dort stößt er auf ein kleines Gemälde, das ihn bezaubert - und erfährt zu seiner Verblüffung, dass seine fromme, verschlossene, etwas ruppige Haushälterin Séraphine es gemalt hat. Sie ist eine Visionärin im doppelten Wortsinn, die auf Eingebungen hört und sie in außergewöhnliche Bilder von naturreligiöser Intensität umsetzt. Uhde wird ihr Mentor, ihr Förderer, ihr Freund - und heute gilt Séraphine Louis als eine der wichtigsten Vertreterinnen der naiven Kunst.



Die Schauspieler: Yolande Moreau, zuletzt als rasende Proletin in "Louise Hires A Contract Killer" zu sehen, verkörpert die fast stumme Titelrolle mit wachen Augen, schwerfälligem Gang und einer frappierenden Mischung aus Robustheit und Verletzlichkeit - ihre sensationelle Performance ist ein Musterbeispiel für subtilste Körperarbeit. An ihrer Seite formt Ulrich Tukur das vielschichtige Porträt eines durchaus zwiespältigen Kunstmäzens, der als homosexueller Deutscher in Senlis ein ähnlicher Außenseiter war wie Séraphine.



Der Regisseur und Co-Autor: Im Gegensatz zu anderen Biopic-Regisseuren verzichtet Martin Provost auf romantische Verklärung, Pathos und das hektische Abhandeln von Anekdoten. Stattdessen konzentriert er sich auf die unkonventionelle Beziehung zweier Einzelgänger - und lässt uns mit einer Abfolge scheinbarer Kleinigkeiten immer tiefer in Séraphines Welt eintauchen. So schildert er etwa in poetischen, sehr sinnlichen Bildern, wie die in sich gekehrte, mürrische Magd nach schwerster körperlicher Arbeit heimlich Schlachtvieh-Blut vom Metzger und Kerzenwachs aus der Kirche stibitzt, wie sie daraus des Nachts ihre Farben anrührt und diese Farben auf Holztafeln zum Tanzen bringt. Der klug durchdachte, extrem zurückhaltende Film kommt ohne überflüssige Kamerafahrten oder Schnitte aus - und erzeugt gerade dadurch einen erstaunlichen Sog. Zu Recht wurde er mit sieben (!) Césars als bester französischer Kinofilm des Jahres ausgezeichnet.

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Datum:  17.12.2009
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