Die Story: In einem westafrikanischen Dorf sind vier Kinder auf der Flucht: Die Mädchen laufen vor der Beschneidungszeremonie davon und retten sich ins Haus der jungen Collé (Fatoumata Coulibaly). Die energische Frau hat schon ihre Tochter Amasatou (Salimata Traoré) vor dem blutigen Ritual bewahrt. Die verängstigten Mädchen schützt sie mit einer "Moolaadé": Der Bannspruch macht ihren Hof zum magischen Schutzraum, und nur Collé kann den Zauber wieder aufheben. Tradition steht gegen Tradition - der Moolaadé müssen sich sogar die mächtigen Beschneiderinnen beugen. Doch in den folgenden Tagen setzen Collés Ehemann, die Dorfältesten und sogar die Mütter der Mädchen die aufmüpfige Frau unter Druck, ihre Schützlinge zur Beschneidung auszuliefern. Als Collé standhaft bleibt, wollen die Männer des Dorfes die archaische Sitte mit Gewalt verteidigen.
Die Schauspieler: Figuren wie Collé oder ihr Ehemann Ciré stehen in diesem Film exemplarisch für die gegnerischen Seiten im Konflikt um den Beschneidungsritus. Trotzdem wirkt das Spiel der Laien und halbprofessionellen Darsteller um Fatoumata Coulibaly fast immer natürlich und überzeugend.
Der Regisseur: Der 83-jährige Senegalese Ousmane Sembène ("Faat Kiné") gehörte in den 60er Jahren zu den ersten schwarzen Filmemachern Afrikas. Seine Themen sind die politischen und sozialen Konflikte seiner Heimat. Auch "Moolaadé" ist in erster Linie ein engagierter Film: Weltweit werden täglich bis zu 8000 Mädchen beschnitten, die meisten von ihnen in afrikanischen Ländern. Sembène nähert sich dem Problem in einer eindeutigen Sprache, die keinen Zweifel lässt an seiner Intention: die grausame Genitalverstümmelung endlich abzuschaffen. Der eigenständige Stil Sembènes bricht mit westlichen Erwartungen. Mancher Zuschauer wird mit der langsamen, dialoglastigen Erzählweise seine Schwierigkeiten haben.
Fazit: Klar, kompromisslos, parteiisch - ein starker Film.