Die Story: Als Teil der KFOR-Friedenstruppe soll die Bundeswehr-Einheit von Tom und Charly im Kosovo gebliebene Serben vor Übergriffen der albanischen Bevölkerungsmehrheit schützen, dabei aber strikt Neutralität wahren. Dass das der Quadratur des Kreises gleichkommt, merken die beiden jungen Soldaten schnell. Sie verlieren ihre professionelle Distanz, als Charly die hübsche Serbin Mirjana vor den tödlichen Kugeln eines Heckenschützen rettet und Tom den Täter stellt. Der ist ein halbwüchsiger Kriegswaisenjunge, der von einem rachsüchtigen albanischen Milizführer manipuliert wird und partout nicht verraten will, wo sich dessen Waffenlager befindet.
Die Schauspieler: "Tom" Adrian Topol ("Franz + Polina") und "Charly" Max Riemelt ("Der rote Kakadu") spielen halbwegs erfolgreich gegen manch dramaturgisches Klischee an. Tapfer schlägt sich auch Susanne Bormann ("Liegen lernen") als Mirjana, die erfahren muss, dass ihr Vater ein Kriegsverbrecher war.
Der Regisseur und Co-Autor: Kinodebütant Rudolf Schweiger bemüht sich um eine differenzierte Darstellung des albanisch-serbischen Konflikts. Er vermittelt auch anschaulich die schwierige Lage der UN-Friedenstruppe, die es keiner Seite recht machen kann. Alles andere gelingt ihm weniger. Die sich zwischen Tom, Charly und Mirjana entspinnende Dreiecksgeschichte samt Eifersüchteleien und melodramatischer Musik wirkt vor dem Hintergrund der ethnischen Auseinandersetzungen völlig deplatziert. Viele Versatzstücke der Handlung kennt man aus ähnlich gelagerten (Bürger-)Kriegsdramen. Und die Einheit, der Tom und Charly angehören, erscheint fatalerweise wie ein Haufen undisziplinierter Grünschnäbel, die ab und an von einem Ranghöheren zur Ordnung gerufen werden müssen.