Die Story: Die kultivierte Kunsthändlerin Madeleine (Embeth Davidtz) reist mit ihrem frisch angetrauten Gatten George (Alessandro Nivola) von Chicago in die tiefste Provinz nach North Carolina - zum einen, um einen dort ansässigen Maler zum Exklusiv-Vertrag mit ihrer Galerie zu überreden; zum anderen, um endlich die Familie ihres Ehemannes kennenzulernen: die resolute Mutter, den schweigsamen Vater, den jähzornigen, auf Georges Erfolg eifersüchtigen Bruder und dessen hochschwangere Ehefrau Ashley (Amy Adams).
Die Schauspieler: Von den durchwegs fabelhaften Mitgliedern des Ensembles kennt man bei uns bisher vor allem Embeth Davidtz ("The Hole") und Alessandro Nivola ("Face/Off"). Das dürfte sich mit diesem Film schlagartig ändern - denn Herz und Seele dieses Independent-Geheimtipps bildet zweifellos Amy Adams: Für ihre erfrischend lebendige und zutiefst anrührende Verkörperung der hoffnungslos naiven, gnadenlos optimistischen und pausenlos plappernden Ex-Schulschönheit Ashley wurde sie zu Recht mit einer Oscar-Nominierung ausgezeichnet.
Der Regisseur: Phil Morrison lässt in seinem vielfach preisgekrönten Regiedebüt Welten aufeinanderprallen - hier die liberale, geschäftstüchtige Intellektuelle aus dem Norden, dort die konservativen, gottesfürchtigen Landeier aus dem Süden. Das könnte der Stoff für eine plakative Schenkelklopf-Komödie sein. Stattdessen hat Morrison ein Meisterwerk der leisen Töne geschaffen: Die hochnäsige Kunstschickeria bekommt ebenso ihr Fett weg wie antisemitische, auf Babys fixierte Hinterwäldler - doch dabei umschifft der Regisseur geschickt sämtliche Klischees. Seine bis ins Detail stimmige Inszenierung wird geprägt von Warmherzigkeit und Liebe zu den Figuren, die mit sparsamen Dialogen sorgfältig skizziert werden. So ist Morrison einer der schönsten US-Independentfilme der letzten Jahre geglückt.
Fazit: Ein funkelndes kleines Kinojuwel: präzise beobachtet, originell erzählt und fantastisch gespielt.