Die Story: Der Tod seiner Mutter führt den ehemaligen Soldaten Thomas in sein Heimatdorf Jerichow zurück. Dort will er das geerbte Haus wiederherrichten und sich einen neuen Job suchen. Das Schicksal schickt ihm Ali. Nachdem er dem türkischen Geschäftsmann, der zahlreiche Imbissbuden in der Gegend betreibt, aus einer Patsche geholfen hat, avanciert Thomas bald zu dessen Assistenten. Und zum Liebhaber von Alis junger Frau Laura, was fatale Konsequenzen hat.
Die Darsteller: Benno Fürmann spielt den wortkargen Afghanistan-Heimkehrer Thomas mit reduzierter Mimik, dafür aber enormer körperlicher Präsenz. Hilmi Sözer, sonst eher im Komödienfach zu Hause, umgibt den jähzornigen, geschäftstüchtigen Ali mit einer tief melancholischen Aura. Und Nina Hoss überzeugt als Alis Ehefrau Laura, deren Leben eine schwere Hypothek aus der Vergangenheit belastet - eine herbe Schönheit voller unterdrückter Leidenschaft.
Der Autor und Regisseur: In seinem Drama, das in einer von Arbeitslosigkeit geprägten Region Deutschlands spielt, spinnt Christian Petzold ("Yella") für seine Protagonisten geschickt ein Geflecht gegenseitiger Abhängigkeiten. Ali ist stolz darauf, dass er es zu etwas gebracht hat, und wacht misstrauisch über seinen Besitz. Zu dem zählt er auch seine Frau, die er mit seinem Geld an sich gebunden hat. Laura wiederum mag nicht auf materielle Sicherheit verzichten, fühlt sich aber mehr zu Thomas hingezogen, um dessen Freundschaft ihr Mann buhlt. Aus dieser Konstellation entwickelt sich eine spannende Dreiecksgeschichte, die mitunter dramaturgisch etwas forciert wirkt, aber nie ins Reißerische kippt.
Fazit: Großartig gespieltes Drama mit Anklängen an den Thriller "Wenn der Postmann zweimal klingelt".