Die Story: Angie verliert ihren Job bei einer halbseidenen Personalvermittlung, weil sie sich nicht von ihrem Boss betatschen lässt. Aber die alleinerziehende Mutter beweist Biss und eröffnet in einem Hinterhof kurzerhand eine eigene Agentur für osteuropäische Gastarbeiter. Zunächst läuft alles glatt - die Einnahmen steigen, die Moral sinkt. Doch dann gerät Angie zunehmend zwischen die Fronten mafiöser Menschenhändler und aufgebrachter Arbeiter...
Die Schauspieler: Stolze zehn Jahre hat Kierston Wareing für ihren Durchbruch als Schauspielerin gekämpft, ohne einen einzigen Job zu ergattern. Sie war sogar schon so weit, ihren Traumberuf an den Nagel zu hängen, um eine Ausbildung als Sekretärin zu beginnen, als Regisseur Ken Loach sie für die Rolle der Angie entdeckte. Ein Glücksfall: Mit Schlagfertigkeit und großer Ausstrahlung gelingt es Wareing quasi im Alleingang, ein eigentlich staubtrockenes Thema in einen mitreißenden Film zu verwandeln.
Der Regisseur: Ken Loach, der 2006 mit "The Wind That Shakes The Barley" die Goldene Palme der Filmfestspiele in Cannes gewann, zählt neben Mike Leigh zu den bedeutendsten Chronisten der britischen Arbeiterklasse. 2001 erzählte er mit "The Navigators" beispielsweise die bewegende Geschichte von fünf Gleisarbeitern, die nach der Privatisierung der Bahn um ihr Überleben kämpfen. Das Spannende an seinem neuesten Werk ist, dass Loach diesmal keine klare Stellung bezieht. In der neo-liberalen Gesellschaft von "It's A Free World" ist jeder Täter und Opfer zugleich: Als kämpferische Mutter hat Angie die Sympathien des Publikums zwar auf ihrer Seite, dennoch zögert sie keine Sekunde, als es darum geht, ihre Arbeiter auszubeuten.
Fazit: Dieser Film ist der Beweis, dass auch kritisches Kino wunderbar unterhalten kann.