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DRAMA IN HAMBURGER KLINIK

Keine Hoffnung für Franjo (4)

Sie kann einfach nicht begreifen, dass ihr kleiner Junge nie wieder aufwachen wird. Die Ärzte hatten ihr doch gesagt, dass es eine völlig ungefährliche Operation ist. Gestern entschied Jessi S.: Die Geräte, die Franjo am Leben halten, werden nicht abgeschaltet. Es ist das letzte bisschen Hoffnung, an das sich die Mutter noch klammert. Obwohl feststeht: Franjo ist bereits klinisch tot - weil ihm eine Ärztin aus dem Kinderkrankenhaus Wilhelmstift (Rahlstedt) eine überdosierte Infusion gegeben haben soll (MOPO berichtete gestern exklusiv).



Der Vierjährige war Montagmittag wegen einer Phimose (Vorhautverengung) operiert worden. Der Junge war noch nicht ganz aus der Narkose erwacht, da bekam er nach Darstellung des Kinderkrankenhauses hohes Fieber und übergab sich. Die Anästhesistin (48) soll dem Kind dann eine Infusion mit hochprozentiger Glukose angelegt haben. Bevor sie zu einem Notfall in den OP eilte, hätte die Narkoseärztin einer Gruppe von Schwestern zugerufen, dass die Glukose nur kurz gegeben werden dürfe. Doch niemand kümmerte sich um den kleinen Jungen. Er bekam eine Hirnschwellung, das Stammhirn wurde eingeklemmt. Es reguliert die Körperfunktion, Atmung und Herztätigkeit. Eine spätere Verlegung auf die Intensivstation konnte den Kleinen nicht mehr retten - Franjo ist hirntot.



Der Lebensgefährte der Mutter steht unter Schock. Hilflos geht er im großen Wohnzimmer auf und ab. "Es sieht so aus, als würde der Kleine im Klinikbett schlafen. Jessi hat noch nicht begriffen, was los ist. Sie weint die ganze Zeit und hat noch gar nicht geschlafen", sagt er und nimmt ein Foto des blonden Jungen in die Hand. "Er ist so ein fröhliches und aufgeschlossenes Kind. Franjo hat uns immer sehr glücklich gemacht mit seiner sonnigen Art", sagt der Mann. Wie es zu dem tragischen medizinischen Fehler kommen konnte, versteht der Stiefvater nicht. Ihnen sei lediglich gesagt worden, dass dem Jungen ein falsches Medikament gespritzt wurde.



Die große Schwester von Franjo ahnt noch nichts von dem Hirntod ihres Bruders. Sophie (8) wurde zu den Großeltern gebracht. "Es wird schrecklich sein, ihr die Geschichte zu erzählen. Wir wissen nicht, wie wir ihr das erklären sollen", sagt der Stiefvater und wischt sich über die geröteten Augen.



Inzwischen hat sich die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Gleichzeitig äußern Mediziner Bedenken an dem vom Wilhelmstift dargestellten Ablauf. Eine erfahrene Anästhesistin würde nie auf die Idee kommen, eine so hoch dosierte Glukose-Infusion anzulegen.

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Datum:  10.8.2006
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Julia Sextl

Relativ häufig muss ich kurzfristig ein Taxi bestellen, um noch pünktlich zu einem Termin zu kommen. Meistens stehe ich schon auf der Straße, wenn der Wagen