Die Story: Auf ihrem Weg durch Japan begegnet die blinde, wortkarge Wandermusikerin Ichi dem Samurai Toma, der wegen eines Traumas sein Schwert nicht mehr zücken kann. Sie rettet ihm das Leben und übernimmt fortan heimlich seine Samuraipflichten. Gemeinsam kämpfen sie gegen den brutalen Bandenführer Banki, der mit seiner Räuberhorde seit Jahren ein Dorf terrorisiert.
Die Schauspieler: Haruka Ayase, Ex-Model und TV-Serienstar, verleiht der Titelfigur mysteriösen Reiz und stille Präsenz. Der in Japan bereits mehrfach ausgezeichnete Kino- und Fernsehdarsteller Takao Osawa verharrt als tollpatschiger, traumatisierter Toma vorwiegend im Tölpelhaften. Und Theatermime Shido Nakamura, der schon in "Fearless" und "Letters From Iwo Jima" zu sehen war, macht mit wüsten Grimassen und höhnischem Dauerlachen aus Banki die groteske Karikatur eines Schurken.
Der Regisseur: Nach der Sportdramödie "Ping Pong" und dem computeranimierten Sci-Fi-Epos "Vexille" widmet sich Special-Effects-Experte Fumihiko Sori in seinem dritten Film einer Figur, die in Japan ungefähr so berühmt ist wie bei uns James Bond: Zatoichi, der blinde Samurai. Rund zwei Dutzend Kinofilme und über 100 TV-Episoden nährten den Mythos, der zuletzt von Regisseur Takeshi Kitano wiederbelebt wurde. Sori hat die Geschichte nun für eine jüngere Generation neu interpretiert - und dabei die Titelfigur erstmals mit einer Frau besetzt. Andere Elemente der Legende behielt er bei: etwa das im Gehstock verborgene Schwert, Ichis brillante Kampftechnik (mit der Klinge nach unten) oder das phänomenale Gehör, das beim Würfelspiel sogar die Augenzahl erkennt. Unterstützt durch einen originellen Soundtrack von Lisa Gerrard, vereint Soris Version prachtvolle Landschaftsaufnahmen und alberne Slapstickeinlagen, feine Zwischentöne und fulminante Gewaltausbrüche. Kleine dramaturgische Schwächen werden locker überspielt: Die erlesen fotografierten und elegant choreografierten Kampfszenen machen den Film zu einem ästhetischen Genuss.
Fazit: Solide Samurai-Sause zwischen Romanze und Rachedrama.