Die Story: Die Hamburger Videokünstlerin Sophie Schmitt reist nach Taiwan, um dort im Rahmen einer Vernissage Aufnahmen ihrer verstorbenen Geliebten Ai-Ling zu präsentieren, die selbst aus dem asiatischen Land stammte. In Taipeh stößt Sophie auf die Reporterin Ya-ching, die sich auffällig offensiv nach Ai-Ling erkundigt. Außerdem versucht die geheimnisvolle Journalistin, Sophie zu verführen. Zunehmend geschehen Dinge, die sich rational kaum noch erklären lassen. Vieles deutet darauf hin, dass auch Ai-Lings Geist etwas mit den ominösen Vorkommnissen zu tun hat.
Die Schauspieler: Inga Busch als Sophie, Ting Ting Hu als Mei Li und Yi-Ching Lu als Ya-ching gelingt es, ihre Rollen zwar in der Realität zu verankern, dabei aber auch so viel offenzulassen, dass der nebulöse Charakter von Story und Figuren erhalten bleibt.
Die Regisseurin: In ihrer Anfangszeit als Regisseurin schuf Monika Treut in den 80er Jahren Filme irgendwo zwischen Rebellion, Hardcore-Feminismus und Skandal. In "Verführung: Die grausame Frau", der im unmittelbaren Umfeld einer Domina angesiedelt ist, entdeckt etwa ein Journalist seine masochistische Ader und mutiert anschließend zum "Toilettensklaven". Inzwischen ist die in Hamburg lebende Filmemacherin jedoch ruhiger geworden. Im Fall von "Ghosted" ist die subversive Rage früherer Filme einer spirituellen Reife gewichen. Das Ergebnis ist ein einfühlsames Porträt sowohl der drei Frauen als auch der Metropole Taipeh. Als Dreingabe gibt es jede Menge Hamburger Szenekolorit: Sophie und Ai-Ling lernen sich zum Beispiel bei einer Vorführung im Metropolis-Kino (vor dem Umzug ins Savoy) kennen.