Die Story: Im Rahmen der "Operation Moses" rettet der Mossad 1984/85 etwa 8000 jüdische Äthiopier aus Flüchtlingslagern im Sudan. Unter den nach Israel Ausgeflogenen ist ein neunjähriger Christ, den seine Mutter in ihrer Verzweiflung der Jüdin Hana anvertraut hatte. Deren eigener Sohn war kurz zuvor umgekommen. Nach der Ankunft in der neuen Heimat stirbt auch Hana. Der Junge, der sich jetzt Schlomo nennt, wächst bei liebevollen Adoptiveltern auf. Er kann seine Mutter jedoch nicht vergessen und lebt in ständiger Angst vor der Aufdeckung seiner wahren Identität. Dann würde er gnadenlos ins Elend zurückgeschickt werden ...
Die Schauspieler: Obwohl Schlomo von drei Darstellern verkörpert wird, nimmt man ihn als eine Persönlichkeit wahr: Moshe Agazai spielt das verstörte Kind, das nur langsam Vertrauen zu seinen Adoptiveltern fasst, Mosche Abebe den Teenager, der gelernt hat, sich einigermaßen anzupassen, und Sirak M. Sabahat den jungen Erwachsenen, der wichtige Entscheidungen für seine Zukunft trifft.
Der Regisseur: Radu Mihaileanu ("Zug des Lebens") ist Franzose jüdisch-rumänischer Herkunft. Sein Drama porträtiert einen Entwurzelten, der sich verstellen muss, um zu leben, dem es trotz aller Schwierigkeiten aber gelingt, seinen Platz zu finden. Gelegentlich, vor allem gen Ende, geht es etwas plakativ zu. Viel öfter jedoch gelingt es dem Regisseur, Schlomos Identitätskonflikte gefühlvoll auf den Punkt zu bringen - oft mit einer Prise Humor gewürzt. Dabei lässt er seinen Protagonisten neben etlichen Vorurteilen viel Mitmenschlichkeit erfahren. Nebenher zeigt Mihaileanu die israelische Gesellschaft in ihrer Vielfalt und Widersprüchlichkeit. Da leben etwa religiöse Hardliner neben liberal gesinnten Atheisten. Und es gibt durchaus rassistische Vorbehalte gegen die farbigen Glaubensgenossen, aber eben auch die Bereitschaft, Juden unterschiedlichster Herkunft aufzunehmen und zu integrieren.