Die Story: Schade, dass er nicht zur Bundeswehr muss. Denn etwas Schonzeit hätte er noch gut brauchen können. Nun steht Armin, Realschul-Abgänger aus gutem Hause, auf dem Schlauch. Vom elterlichen Wohlwollen und dem Vorbild seiner erfolgreichen Brüder fast erdrückt, kann er nur wenig mit sich anfangen. Unambitioniert geht er in Vorstellungsgespräche, ungeschickt versucht er, ein Nachbarsmädchen für sich zu interessieren, in seiner Fantasie ist er Leder-Bikern sexuell zu Diensten. Um sein Dasein mit Bedeutung aufzuladen, schickt er einen anonymen Brief an die Polizei. In dem bezichtigt er sich, einen schweren Autounfall herbeigeführt zu haben, bei dem er zufällig Zeuge war. Dem ersten Bekennerschreiben folgen weitere ...
Die Schauspieler: Constantin von Jascheroff ("Jargo") stattet den antriebslosen Armin mit dem nötigen Gleichmut aus und wurde für seine Leistung auf dem Münchner Filmfest als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. Seine Filmeltern sind Manfred Zapatka ("Die Nacht singt ihre Lieder") und Victoria Trauttmansdorff, die zum Ensemble des Thalia Theaters gehört.
Der Regisseur: Mit Gespür für das Absurde im Normalen beschreibt Christoph Hochhäusler in seinem zweiten Kinowerk nach "Milchwald" das Lebensgefühl eines Jugendlichen, der kein richtiges Ziel hat, aber gleichwohl Anerkennung sucht. Sein Protagonist will sich irgendwie befreien: Er will raus aus der Geborgenheit seiner ihn sanft bedrängenden Familie, in der er wie ein Fremdkörper wirkt, raus aus der spießigen Vorstadtsiedlung am Rande einer Autobahn. Er weiß nur nicht recht wie. Deshalb flüchtet er in wilde Fantasien. Wo diese anfangen und die Realität aufhört, ist - durchaus beabsichtigt - für den Zuschauer nicht immer klar. Hochhäusler dokumentiert Armins Welt oft mit langen Einstellungen und langsamen Kameraschwenks. Das mag künstlerisch wertvoll sein, wirkt allerdings mitunter ermüdend.