Die Story: Ganz allein betreibt die resolute Schweinezüchterin Emma (Jördis Triebel) einen hoch verschuldeten Bauernhof. Da knallt plötzlich Max (Jürgen Vogel) in ihr Leben, ein todkranker Autoverkäufer auf der Flucht nach Mexiko: Mit einem gestohlenen Jaguar kommt er von der Straße ab, überschlägt sich und landet in Emmas Vorgarten. Sie versteckt ihn bei sich im Stall - und ihm dämmert langsam, dass das Glück oft näher liegt, als man denkt ...
Die Schauspieler: Wie gut Jürgen Vogel sein kann, wissen wir ja - und hier ist er einmal mehr in Hochform. Das liegt nicht zuletzt an seiner Partnerin: Die gefeierte Theaterdarstellerin Jördis Triebel erweist sich mit ihrem Leinwand-Debüt als zweite deutsche Kino-Entdeckung des Jahres (neben Sandra Hüller aus "Requiem"). Zu Recht wurde sie für ihre Verkörperung der Titelrolle mit dem Förderpreis Deutscher Film ausgezeichnet: Ihre Emma ist eine hinreißende Mischung aus Stärke und Naivität, aus Eigensinn und Sinnlichkeit. Wunderbar, wie sie den bewusstlosen Fremden mit tierischer Neugierde beschnuppert, wie sie auf ihrem klapprigen, vibrierenden Moped zum Orgasmus kommt - oder wie sie ihre Schweine zu einem letzten Abstecher begleitet: Sie schlachtet sie so liebevoll und zärtlich, als würde sie kleine Kinder ins Bett bringen. Kein Zweifel: Jördis Triebel als Schweineflüsterin ist der große Glücksfall dieses Films.
Der Regisseur: Nach seinem preisgekrönten Erstlingsfilm "Mein Bruder der Vampir" überzeugt Sven Taddicken mit dieser stilsicheren Adaption des Bestsellers von Claudia Schreiber: Er findet eine feine Balance zwischen Poesie und Härte, zwischen den dramatischen und den amüsanten Elementen der Geschichte; er zeigt keine Scheu vor drastischen Bildern und gleitet nie in Weinerlichkeit oder Kitsch ab. So gelingt ihm ein Film übers Sterben, der ordentlich Lust aufs Leben macht: Emmas Glück ist auch das Glück des Zuschauers.
Fazit: Originelle Mischung aus Tragikomödie, Märchen und Liebesgeschichte: saftig und skurril, herzerfrischend und herzzerreißend - und mit einer hinreißenden Hauptdarstellerin.
Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?