Die Story: Alles andere als ein Schwerverbrecher wird der 19-jährige Malik zu sechs Jahren Haft verurteilt. Schnell bekommt der Franzose maghrebinischer Abstammung mit, dass das Gefängnisleben von einer korsischen Mafiagruppe kontrolliert wird. Deren Boss, Cesar Luciano, macht Malik ein klares Angebot: Wenn er sich bereit erklärt, einem Mithäftling die Kehle durchzuschneiden, stehe ihm ein Leben voller Privilegien offen, andernfalls werde es ihm sehr schlecht gehen. Widerwillig begeht Malik die Tat und steigt in der Folge sogar zu einer Art rechten Hand Cesars auf. Aber Malik fragt sich immer öfter, ob die Seite der Korsen überhaupt die richtige für ihn ist. Soll er sich Ryad, dem Anführer der maghrebinischen Fraktion, anschließen?
Die Schauspieler: Was Tahar Rahim als Malik hier an Energie und ganz und gar uneitler Authentizität auf die Leinwand bringt, hat man von einem Newcomer lange nicht gesehen. Dem steht, was Leinwandpräsenz angeht, der mit den Mitteln des erfahrenen Schauspielers agierende Niels Arestrup in nichts nach. Das korsische Idiom hat er sich eigens phonetisch angeeignet.
Der Regisseur: Jacques Audiard hat es in seinem fünften Film zu wahrer Meisterschaft gebracht. Von den ersten Bildern an stellt er alle seine Mittel so überzeugend in den Dienst der Geschichte und der Beschreibung des Mikrokosmos Gefängnis, dass man als Zuschauer bald meint, selbst dort einzusitzen. In Frankreich erntete Audiard dafür nicht nur jede Menge Preise, sondern stieß auch eine Debatte über die Zustände in den Gefängnissen an.
Fazit: Das packende Gangsterdrama ist über zweieinhalb Stunden hinweg keine Sekunde langweilig.