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Der Nachtschwärmer

Die Story: Buenos Aires am Vorabend des 2. November. Für den 19-jährigen Stricher Victor (Gonzalo Heredia) ist es eine Nacht wie jede andere. Seine Arbeitsschicht beginnt mit einer halb erpressten Nummer im Auto eines korrupten Kommissars. Dieser ersten Begegnung werden viele weitere folgen. Auf seinem Streifzug durch die Stadt trifft Victor Freunde, Geliebte und Freier; er dient bei einem luxuriösen Botschafter-Empfang als Lustknabe und trinkt Kaffee mit Obdachlosen. Doch irgend etwas ist in dieser Novembernacht anders auf den Straßen von Buenos Aires. Seltsame Dinge passieren: Aus einem Taxi beobachtet Victor, wie eine Frau ihren Geliebten, den sie eben noch küsste, vor einen Lkw stößt. Victors lange verschollener Freund Mario (Rafael Ferro) taucht plötzlich wieder auf. Doch nach einer romantischen Stunde im Hotel versucht Mario, ihn zu ermorden. Kurz vor Morgengrauen begegnet Victor seiner ersten Liebe Cecilia (Moro Anghileri) wieder. Sie enthüllt ihm das Geheimnis dieser Nacht: Am 2. November ist Allerheiligen. Und in den Stunden vor Tagesanbruch kehren die Geister aus dem Totenreich zurück, um die zu holen, die sie im Leben geliebt haben ...



Die Schauspieler: Wie ein schöner dunkler Schmetterling flattert Victor von einem Moment zum nächsten: vom Drogendeal zum zärtlichen Flirt, vom bezahlten Sex zum Fußballspiel mit Straßenkindern. Gonzalo Heredia spielt diesen verlorenen Jungen mit natürlicher Leichtigkeit. Um Heredia als leuchtendes Zentrum kreisen die zahlreichen Nebendarsteller, die allesamt so lebensnah wirken, dass man sie fast für Protagonisten in einem Dokumentarfilm halten könnte.



Der Regisseur: Der Argentinier Edgardo Cozarinsky ("Der Krieg eines Einzelnen") verwandelt seine raue Heimat Buenos Aires in ein märchenhaftes Zwischenreich: "Nachtschwärmer" beginnt ganz sachlich im Treiben des Stadtmolochs. Doch nach und nach mischen sich unwirkliche Momente unter die dokumentarischen Bilder. Am Ende wirkt Victors Streifzug durch die Nacht wie ein sonderbarer Traum von Liebe und Einsamkeit.



Fazit: Faszinierender Trip durch einen magischen Großstadtdschungel.

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Datum:  13.7.2006
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Thomas Hirschbiegel

Aufschriften auf Firmenwagen sind immer wieder ein ergötzliches Thema. Jetzt stand ich am Eimsbütteler Markt hinter einem Transporter, auf dem stand: „Vor Ihnen fahren die Maler mit Freude am Beruf.“