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Ajami

Oscarnominierter Nahost-Thriller «Ajami»

Die Story: Der junge Muslim Omar arbeitet für einen arabischen Christen und trifft heimlich dessen Tochter Hadir. Nachdem er in einen Blutrache-Konflikt hineingezogen wurde, muss er innerhalb kurzer Zeit viel Schuldgeld auftreiben, um den Streit beilegen zu können. Geldsorgen hat auch der illegal aus dem Westjordanland herübergekommene Malek, der illegal im selben Restaurant wie Omar jobbt. Er braucht 75000 Dollar für die Behandlung seiner schwerkranken Mutter. Die Lösung ihrer Probleme sehen Omar und Malek in einem Drogenpaket, das auf Umwegen bei ihrem gemeinsamen Bekannten Binj gelandet ist. Es stammt von seinem flüchtigen Bruder, der mit dem Mord an einem Juden in Verbindung gebracht wird. Damit gerät auch der zum Missfallen seiner Kumpel mit einer Jüdin liierte Binj ins Visier der Polizei. Speziell in das des Ermittlers Dando. Und der pflegt einen Hass auf alles Arabische, denn seiner Meinung nach waren Araber für den gewaltsamen Tod seines Bruders verantwortlich.



Die Schauspieler: Das Ensemble besteht ausschließlich aus Laien, die in Workshops auf ihre Auftritte vorbereitet wurden. Alle spielen ihre Parts mit beeindruckender Intensität.



Die Regisseure und Autoren: Scandar Copti (auch in der Rolle des Binj zu sehen) und Yaron Shani, der eine christlich-arabischer, der andere jüdischer Israeli, rücken mit Ajami ein Problemviertel der von Tel Aviv eingemeindeten Stadt Jaffa in den Blickpunkt, in dem Menschen verschiedener Religionen und Ethnien auf engstem Raum zusammenwohnen, aber in völlig unterschiedlichen Welten leben. Entsprechend groß ist die Zahl möglicher Konfliktfelder. Etliche davon thematisiert das Regieduo in fünf meisterhaft miteinander verwobenen Episoden, ohne für eine Seite Partei zu ergreifen. Des Öfteren wechselt die Perspektive aufs Geschehen, immer wieder ergeben sich neue Aspekte, bevor im letzten Kapitel alles auf den tragischen Höhepunkt zuläuft. Dabei fesselt der in rauem dokumentarischem Stil gehaltene Film von der ersten bis zur letzten Minute.



Fazit: Wäre auch ein würdiger Gewinner des Oscars für den besten ausländischen Film gewesen.





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Datum:  11.3.2010
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