Abseits des Platzes sind sie Freunde, doch dafür ist in diesen Tagen keine Zeit. Hamburgs Paolo Guerrero (25) und Bremens Claudio Pizarro (30) stehen sich in den nächsten zwei Wochen noch drei Mal als Gegner auf dem Platz gegenüber. Die MOPO bat die Knipser aus Peru zum Doppelinterview.
MOPO: Hatten Sie beide nach dem DFB-Pokal-Spiel eigentlich schon Kontakt?
Claudio Pizarro: Nein, ich habe Paolo lieber nicht angerufen. Er war ziemlich sauer nach dem Spiel. Nicht nur wegen der Niederlage, sondern weil er ja auch schon in der Pause runter musste. Da habe ich ihn lieber mal in Ruhe gelassen.
Paolo Guerrero: Stimmt, so war es wohl am besten.
MOPO: Das heißt, für die Freundschaft ist derzeit keine Zeit?
Guerrero: Das ist richtig. Auf dem Platz muss die Freundschaft zwischen uns ruhen - gerade in dieser Phase. Erst wenn die Serie gegen Bremen beendet ist, treffen wir uns wieder.
MOPO: Wie oft verabreden Sie sich denn normalerweise?
Guerrero: Das passiert auf jeden Fall sehr regelmäßig. Meistens kommt Claudio zu mir nach Hamburg.
MOPO: Und was steht dann auf dem Programm?
Pizarro: Wir gehen schön essen, trinken was, quatschen - und manchmal shoppen wir auch ganz gerne.
MOPO: Sie meinen Klamotten kaufen, wie gute Freundinnen?
Pizarro: Warum nicht? Das macht doch Spaß.
MOPO: Und im Sommer verbringen Sie die Zeit gemeinsam in Peru?
Guerrero: Auch dort treffen wir uns natürlich oft. Bei uns ist es wie in einer Familie. Wir verbringen einfach gerne viel Zeit miteinander.
MOPO: Was schätzen Sie denn menschlich besonders aneinander?
Pizarro: Paolo ist ein guter Junge, der viel im Kopf hat.
Guerrero: Claudio ist für mich wie ein Bruder. Er hat mir gerade in meiner Anfangszeit in Deutschland sehr geholfen. Das werde ich nicht vergessen.
MOPO: Und sportlich?
Pizarro: Paolo ist ein mutiger Spieler, der den absoluten Erfolg will. Er spielt intelligent und ist sehr torgefährlich. In den letzten Jahren hat er sich stark verbessert. Das liegt sicher auch an der Erfahrung, die er gesammelt hat.
Guerrero: Auch ich kann nur Gutes erzählen. Für mich ist Claudio einfach ein kompletter Stürmer. Er kann jederzeit zum entscheidenden Mann auf dem Platz werden.
MOPO: Würden Sie gerne noch einmal zusammen in einer Mannschaft spielen?
Pizarro: Natürlich. Das wünsche ich mir - und das wird auch irgendwann passieren.
Guerrero: Ich sehe es genauso. Es ist unser Ziel. Ich bin mir sicher, dass Claudio bald wieder für Peru spielen wird.
MOPO: In Peru sind Sie beide Volkshelden. Wie wird das Derby in der Heimat verfolgt?
Guerrero: Das Interesse ist groß, das Spiel läuft dort im Fernsehen. Freunde und Fans schauen es sich gemeinsam an.
MOPO: Gibt es eine Wette?
Guerrero: Nein, da haben wir noch nichts verabredet. Vielleicht kommt das noch.