Das Thema: Treibhäuser, so weit das Auge sehen kann. Die Gegend um die südspanische Stadt Almería gleicht einer riesigen überdachten Plantage. Von hier aus werden unter anderem Tomaten über tausende von Kilometern in unsere Supermarktregale gekarrt. Was ökologisch betrachtet verwerflich ist, scheint ökonomisch durchaus sinnvoll zu sein: Die Transportkosten machen lediglich ein Prozent des Ladenpreises aus.
Der Regisseur: Der Österreicher Erwin Wagenhofer beschäftigt sich in seiner Dokumentation, die bereits höchst erfolgreich in seinem Heimatland lief, anhand einiger Beispiele hauptsächlich mit absurden Folgen der Globalisierung für die Nahrungsmittelindustrie. Wirtschaftliche Zusammenhänge werden klar - etwa was die hiesige Geflügelmast mit der Rodung von brasilianischem Regenwald zu tun hat oder warum EU-Exportsubventionen afrikanische Bauern in die Emigration treiben. Dabei lässt der um einen sachlichen Ton bemühte Regisseur den bretonischen Fischer, dessen Existenzgrundlage durch industrielle Fangflotten bedroht wird, ebenso zu Wort kommen wie Nestlé-Chef Peter Brabeck. Aus der Fülle der Fakten und Interviews kristallisiert sich immer wieder eines heraus: Gegen die Macht weltweit operierender Konzerne, die vor allem auf Profitmaximierung aus sind, hat der lokale Kleinproduzent kaum Chancen. Letztlich muss sich aber auch der Zuschauer in seiner Rolle als Verbraucher fragen lassen, ob er nicht Mitschuld trägt an den bestehenden Verhältnissen. Solange es eine große Nachfrage nach möglichst billig produzierten Lebensmitteln gibt, wird sich in dieser Hinsicht wohl wenig ändern.
Fazit: Aufschlussreiche Dokumentation über die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Globalisierung.
So sieht profitmaximierte Agrarpolitik aus