Das Thema: Im Juli 2002 stand das 450-Seelen-Dorf Potzlow in der Uckermark im Mittelpunkt des medialen Interesses. Drei Jugendliche zwischen 17 und 23 Jahren hatten dort nach einem Saufgelage den 16-jährigen Marinus erst brutal gefoltert und dann erschlagen. Aus Langeweile. Matthias, ein Freund des Ermordeten, hatte dessen in einer Jauchegrube verscharrte Leiche später gefunden und ausgegraben. Er ist seitdem traumatisiert und leidet an schweren Depressionen.
Die Dokumentarfilmerin Tamara Milosevic stellt Matthias, den "Verräter", der schlussendlich zur Polizei gegangen war, in den Mittelpunkt ihres Films. Nach dem schrecklichen Geschehnis brach der 15-Jährige die Schule ab und verbrachte die nächsten Monate vor dem Fernseher. Nun sucht er einen Neuanfang. Keine leichte Aufgabe, wenn selbst der eigene Vater zu Protokoll gibt, dass Matthias nur verstockt sei und sich ausruhe auf der "schlimmen Sache". Der Bürgermeister des längst zur Tagesordnung zurückgekehrten brandenburgischen Ortes gibt den Eltern der drei jugendlichen Täter die Schuld: Sie hätten sich nicht genug um ihre Kinder gekümmert.
Ohne den Anspruch zu erheben, einen Erklärungsversuch für die Ursache(n) der Tat liefern zu wollen, hat Tamara Milosevic den Alltag von Potzlow eingefangen und mit den Bewohnern gesprochen. Ein Dorf wie hunderte anderer in Deutschland - und doch nicht mehr dasselbe wie vor diesem Juli im Jahr 2002 ...