Das Thema: Verschwindet körperliche Schwerstarbeit im 21. Jahrhundert? Oder wird sie für das Gros der Weltbevölkerung nur weniger sichtbar? Letzteres - das zeigt jetzt auch der Österreicher Michael Glawogger ("Megacities") in seiner schonungslosen Dokumentation. Er hat sich an fünf Orte dieser Erde begeben, an denen Menschen unter unvorstellbaren Bedingungen für einen Hungerlohn arbeiten - und an einen Ort, an dem die Bezahlung längst Geschichte ist: Im Donbass, dem ukrainischen Bergbaugebiet, können Tatjana, Valodja und Vassili von einer festen Anstellung nicht einmal mehr träumen. Wie viele der dort lebenden Menschen bauen die drei in einer illegalen, nur 40 Zentimeter hohen Mine Kohle für den Eigenbedarf ab.
Nicht für den Eigenbedarf, sondern für ein klägliches Entgeld schleppt Pak Argus im Osten der indonesischen Insel Java seit 30 Jahren 70 bis 100 Kilogramm schwere Ladungen Schwefel vom Krater des Berges Kawah Ijen ins Tal.
Auf dem Schlachthof von Port Harcourt, Nigeria, begegnete der Regisseur Bunmi Onokoya und seinen Kollegen. Jeden Tag schlachten die Männer dort unter erschreckenden Bedingungen hunderte von Rindern und Ziegen und verarbeiten sie zu verkaufsfertigem Fleisch.
Im pakistanischen Gaddani dokumentierte Glawogger das Tagwerk von Dawa Khan. Eigentlich Bauer, zerlegt er ohne geeignetes Werkzeug und in körperlicher Schwerstarbeit einen Teil eines riesigen Tankschiffes.
In Anshan in der chinesischen Provinz Liaoning ist dagegen der Glaube an weniger harte Arbeit unerschütterlich, zumindest für die nächste Generation: Sie sieht in den Stahlwerken die alten und die neuen, hochmodernen Hochöfen nebeneinander stehen - Vorboten einer vermeintlich leichteren Zukunft. Diese Zukunft ist in Deutschland längst angekommen: Michael Glawogger reiste nach Duisburg, wo ein ehemaliges Hüttenwerk in einen Freizeitpark umfunktioniert wurde. Schwere Arbeit ist hier nur noch Geschichte.