Das Thema: "Können Sie sich an ein Lied erinnern, das Ihnen Ihre Mutter zum Schlafengehen vorgesungen hat?" So nähern sich die Filmemacher Menschen auf den Straßen Berlins, woraufhin diese nicht nur von den üblichen Verdächtigen wie "Ein Mond ist aufgegangen", sondern auch von skurril-amüsanten Wiegensongs wie der sozialistischen Variante von "Es kommt ein Vöglein geflogen" erzählen. Doch in Wahrheit dient die Einstiegsfrage nur dazu, an das dahinterliegende Schicksal heranzukommen. Detlef wurde im Gefängnis geboren, bevor er in der DDR bei einer Pflegefamilie aufwuchs, für Jahrzehnte dem Alkohol verfiel und nun in einem Kirchenchor singt. Auch das einstige Heimkind Santos hat Knasterfahrung, will sich nun aber auf seine Rolle als Vater konzentrieren. Und der ehemalige tschetschenische Vizepremier Apti Bisultanov berichtet davon, wie er stundenlang an einer Mauer stand, während ein Exekutionskommando immer wieder damit drohte, ihn zu erschießen.
Die Regisseure: Es ist nachvollziehbar, was Johann Feindt und Tamara Trampe an ihren Protagonisten gereizt hat. Ein gemeinsamer Nenner lässt sich jedoch nicht ausmachen. Vielmehr wirkt der Film wie die bloße Aneinanderreihung von rührselig-menschelnden Einzelschicksalen, wie sie bereits in "Stern TV" & Co. zur Genüge aufbereitet werden. Dazu passt auch Tamara Trampes offenbar von Johannes B. Kerner entliehener Interviewstil. Sie treibt ihre Gegenüber so lange an, bis diese sprachlos und mit Tränen in den Augen aus dem Fenster starren, wobei die Kamera jedes Mal länger draufhält, als notgetan hätte.