Das Thema: Der Filmtitel - zusammengesetzt aus den Begriffen "religious" (religiös) und "ridiculous" (lächerlich) - ist hier Programm: US-Late-Night-Talker Bill Maher, selbst Sohn einer Jüdin und eines Katholiken, fühlt Gläubigen und geistlichen Würdenträgern verschiedener Couleur auf den Zahn. Dabei ist ihm nichts und niemand heilig.
Der Regisseur: Larry Charles ("Borat") und seinem Protagonisten geht es darum, Religion als großen Humbug zu entlarven. Das zeigt sich schon an der polemischen Gesprächsführung Mahers. Der versucht - ganz Rationalist - seine Interviewpartner oft von der Lächerlichkeit dessen zu überzeugen, an was sie glauben. Wie, bitte schön, kann man etwa die Geschichte von Adam, Eva und der sprechenden Schlange im Paradies für bare Münze nehmen? Nicht selten verwickeln sich seine Gesprächspartner bei der Beantwortung solcherart Fragen in abstruse Widersprüche. Gern greift der Regisseur auch auf Filmschnipsel zurück, die das Gesagte ironisch kommentieren oder gar konterkarieren, etwa die Behauptung, der Islam sei eine friedliche Religion. Nach Nachrichtenbildern, die das Gegenteil nahelegen, musste man wohl nicht allzu lange suchen. Darüber hinaus zeigen Charles und Maher viel Kurioses. Dazu zählen beispielsweise Geräte, die es orthodoxen Juden ermöglichen, auch am heiligen Sabbat sündenfrei Tätigkeiten auszuführen, die ihnen eigentlich verboten sind. Rein satirisch betrachtet, funktioniert das alles ganz gut. Wer eine ernsthafte Auseinandersetzung mit religiösen Glaubensinhalten erwartet, kommt dagegen nicht auf seine Kosten.
Note: 2
BU:
Kritische Fragen: Bill Maher (r.) interviewt Mohamed Gaffar in der Taibah-Moschee in Amsterdam.
Maher mit dem demokratischen Senator aus Arkansas, Mark Pryor
... und mit Pater George, Ex-Observatoriums-Direktor im Vatikan