Das Thema: In der Arktis befindet sich ein Walschutzgebiet von der Größe Australiens. Alle Nationen halten sich an das Abkommen, nur Japan fängt unter dem Deckmantel der Forschung unbeirrt weiter. In Wahrheit landet das Walfleisch jedoch nicht unter dem Mikroskop, sondern in Spezialitätenrestaurants. Das Greenpeace-Schiff Esperanza macht sich mit 37 Protestlern an Bord auf, um die Walfangflotte aufzuspüren und sie von ihrem blutigen Vorhaben abzuhalten. Mit Schlauchbooten wollen sich die Aktivisten zwischen Harpune und Wal zwängen, um so den Abschuss der friedlichen Meeressäuger zu verhindern. Doch es kommt ganz anders. Die Japaner fliehen und statt spektakulärer Aktionen steht plötzlich ein tagelanges Wettrennen durch die stürmischsten Meere dieses Planeten auf dem Programm ¼
Die Regisseurin: Egal, ob Selbstdarsteller Rob Stewart in "Sharkwater" oder Grübler Ric O'Barry in "Die Bucht" - in aller Regel werden Dokus über Tierschützer mit der heroischen Biografie eines der Protagonisten verknüpft. Nicht so bei Angela Graas. Obwohl sie deutlich Stellung gegen den Walfang bezieht und das Filmprojekt aus idealistischen Gründen begonnen hat, bewahrt sie doch stets eine angebrachte Distanz zu ihrem Sujet. Natürlich kommen die Japaner hier nicht gut weg, aber auch die Aktivisten werden nicht einfach als strahlende Helden abgefeiert. Das zeigt sich vor allem gen Ende, wenn die Bewertung der Mission ansteht und sich eine erstaunliche Bandbreite an Einschätzungen offenbart: Einige Teammitglieder halten die Aktion für einen vollen Erfolg. Andere wiederum erachten sie als komplett unsinnig.
Fazit: Kein Greenpeace-Werbefilmchen, sondern ein ungeschönter Blick ins Herz einer nicht unumstrittenen Protestaktion.