Das Thema: Der Ossi - das unbekannte Wesen. Trägt Schnurrbart und seltsame Jeansjacken. Schraubt mit viel Aufwand sinnlose Dinge an Autos, die so viel Engagement gar nicht wert sind. Mag keine Ausländer, aber liebt Spreewald-Gurken. So weit die gängigen Vorurteile. Martin Sonneborn, ehemaliger Chefredakteur des Satiremagazins "Titanic", wollte sich mit Klischees nicht länger nur theoretisch beschäftigen. Auf einer 250 Kilometer langen Wanderung um Berlin herum, suchte er den Kontakt zu Brandenburgern, um zu klären "ob und welches Leben im Zonenrandgebiet existiert". Das Ergebnis: Ja, Leben existiert. Aber die Klassifizierung fällt schwer. Der erste Ostdeutsche, den er trifft, ist nackt. Ein FKK-Fan, der sich auf einer baufälligen Brücke sonnt. Auch in einem Dorf am Flughafen Schönefeld wird blankgezogen. Sonneborn selbst steigt in Unterbüx in den aufgestellten Gartenpool. Die Dame des Hauses dümpelt im bildstörungsfarbenen Badeanzug neben ihm im seichten Wasser, während der Hausherr vom Absturz einer Iljuschin erzählt, die einst in unmittelbarer Nähe explodierte ("War nicht so spektakulär ..."). Er trifft einen Plattenbaubewohner aus Marzahn, der von den Vorzügen der uniformen DDR-Architektur schwärmt ("Wenn man umzieht, kann man seine Auslegware einfach mitnehmen, die passt überall."). Und auf einer Tankstelle wagt er sich zu einer Gruppe feindseliger junger Menschen, die um ein absurd aufgemotztes Auto herumstehen. Mit einem kommt er schließlich doch noch ins Gespräch. Es geht um hochnäsige Wessis, die DDR und Vorurteile: "Wir Ossis sind keine Neandertaler." "Sagt doch auch keiner", erwidert Sonneborn, auf einer Bockwurst kauend. Der Regisseur: Andreas Coerper ist für diverse satirische TV-Kurzfilme (unter anderem für "Extra 3") bekannt. "Heimatkunde" ist schlicht, aber stimmungsvoll geschnitten. Luftaufnahmen und ein Erzähler aus dem Off sorgen für atmosphärische Tiefe.
Fazit: "Üble Ossi-Hetze im Kino" titelte eine Berliner Boulevard-Zeitung und meinte damit "Heimatkunde". Eine glatte Fehleinschätzung. Es ist ein stiller Dokumentarfilm über die trostlose ostdeutsche Provinz - ohne erzwungene Pointen. Mit satirischen Momenten, die immer dann entstehen, wenn skurrile Charaktere sich ungezwungen um Kopf und Kragen reden. Oder, wie es laut Presseinfo Kim Jong Il formuliert haben soll: "Ein scheißpoetischer Film!"
Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?