Das Thema: Vier Frauen, eine Leidenschaft: Die resolute Rentnerin Trautchen Ziegert regiert als Platzwart über das letzte Fußballfeld in Berlin-Mitte, Viola Odebrecht kickt seit ihrem 15. Lebensjahr für den Erfolgsverein Turbine Potsdam und holte mit den Nationalspielerinnen 2003 den Weltmeistertitel, die Versicherungskauffrau Tina Hennemann gehört zu den treuesten Fans der Offenbacher Kickers, und die 16-jährige Beatrix Nieder schließlich ist eine der jüngsten Schiedsrichterinnen Deutschlands.
Die Porträtierten bewegen sich mit großer Selbstverständlichkeit in der Fußballwelt, obgleich sie ihre Begeisterung für eine von Männern dominierte Sportart tagtäglich gegenüber ihrer Umwelt verteidigen müssen. Ihre ungewöhnlichen Geschichten werden durch Interviewausschnitte und Momentaufnahmen aus dem Alltagsleben vermittelt. Stellvertretend für alle sagt Nachwuchsspielerin Viola Odebrecht: "Ich versuche als Frau immer 100 Prozent zu geben und spreche mir Mut zu: Du kannst das, du weißt, dass du es draufhast."
Die Regisseurinnen Nina Erfle und Frédérique Veith, beide gebürtige Münchnerinnen und Absolventinnen der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin, spielen seit ihrer Schulzeit selbst gerne Fußball. Mit ihrem Kinodebüt wollen sie Klischees entgegenwirken, geben interessante Einblicke in das weibliche Leben mit dem runden Leder und damit verbundene Emanzipationsversuche. Allerdings gelingt es ihnen nicht immer, die schematischen Mechanismen einer Fernsehdokumentation zu überwinden und die Chancen der großen Leinwand voll zu nutzen.
Fazit: Angesichts der bevorstehenden Fußball-WM ein spannender Versuch, in den Alltag von vier Frauen einzutauchen, die ausgerechnet in der männerdominierten Fußballwelt für ihre Träume kämpfen.