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DOKU

The Age of Stupid

Die "Story": London ist überflutet, Las Vegas vom Wüstensand begraben, Sydney brennt. Und auch sonst ist es um die Welt, wie wir sie kennen, im Jahr 2055 aufgrund des vom Menschen verursachten Klimawandels schlecht bestellt. Wie konnte es so weit kommen und warum haben wir es trotz unübersehbarer Warnsignale nicht verhindert? Diesen Fragen geht der von Pete Postlethwaite gespielte einzige Überlebende der Öko-Apokalypse nach. Er sitzt in einem Turm in der Arktis, in dem das Archiv des Weltwissens untergebracht ist, und ruft, vor einem interaktiven Computerbildschirm sitzend, Nachrichten und Dokumentationen aus der Vergangenheit auf.



Die Regisseurin: Von diesem postapokalyptischen Szenario ausgehend, verweist Franny Armstrong auf eines der drängendsten Probleme der Gegenwart. Gleichzeitig will sie klarmachen, dass nicht mehr viel Zeit zum Handeln bleibt, um die Klimakatastrophe abzuwenden. Sechs äußerst breit gefächerte dokumentarische Geschichten sollen die Problematik verdeutlichen: Da erlebt etwa ein französischer Bergführer hautnah den Gletscherschwund in den Alpen. Ein Paläontologe, der für Shell arbeitet, erzählt von seinen Einsätzen in New Orleans, nachdem Hurrikan "Katrina" über die Stadt hinweggefegt war. Eine junge Nigerianerin berichtet von den verheerenden sozialen und ökologischen Folgen der Ölförderung in ihrem Land. Ein Engländer, der einen Windpark errichten will, scheitert am Widerstand der Anrainer. Daneben nehmen animierte Filmchen unseren Öldurst und unsere Konsumsucht aufs Korn. Keine Frage: Die Stoßrichtung des aufrüttelnden Doku-Dramas ist richtig - auch wenn Armstrong zu einer vereinfachenden Argumentation neigt. Störend ist allerdings der moralische Zeigefinger, der über allem schwebt. Dass man auch ohne den auskommen kann, ohne an Wirkkraft zu verlieren, hat Davis Guggenheim eindrucksvoll bewiesen. Dessen Dokumentation "Eine unbequeme Wahrheit" beschäftigte sich anhand eines Vortrags von Al Gore auf ebenso erhellende wie packende Weise gleichfalls mit der globalen Klimaerwärmung.



Fazit: Ein engagierter Film mit etwas aufdringlichem pädagogischem Gestus.

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Datum:  17.9.2009
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