Das Thema: Seit vielen Jahren touren die afroamerikanischen Sänger des New York Harlem Theatre mit "Porgy And Bess" um die Welt. In George Gershwins 1935 uraufgeführter Oper auf den großen Bühnen der Welt zu stehen, bedeutet für sie die Erfüllung eines Lebenstraums. Aber eine Rolle in der Folk-Opera "Porgy And Bess", die nach einer Verfügung des Komponisten nur von schwarzen Sängern aufgeführt werden darf, kann auch leicht zu einem goldenen Käfig werden, und in einer von Weißen dominierten Opernwelt ist ein Absprung an andere Bühnen dann oft umso schwerer zu schaffen. Keine Probleme damit hat Terry Lee Cook, der in den letzten zehn Jahren nicht nur die Rolle des Porgy auf allen großen Bühnen gespielt hat - auch bei Neuinszenierungen klassischer Opernwerke von Wagner bis Verdi ist Cooks kräftiger Bass immer wieder sehr gefragt.
Die Regisseurin: Die Dokumentarfilmerin Susannah Boehm, die mit dem Porgy-Darsteller Terry Lee Cook verheiratet ist, begleitet das Ensemble des New York Harlem Theatre mit Unterbrechungen schon seit sieben Jahren. Da ist ein Vertrauensverhältnis zu fast allen Ensemblemitgliedern gewachsen, das einen Einblick in den künstlerischen Arbeitsprozess erlaubt, wie man ihn in dieser Unmittelbarkeit nur sehr selten sieht. Zum anderen erzählen die Darsteller so detailliert aus ihrem Leben, dass man versteht, wie viel bei den meisten von ihnen Leben und Rolle miteinander zu tun haben - und wie wenig die im späten 19. Jahrhundert angesiedelte Oper "Porgy And Bess" an Aktualität verloren hat.