Das Thema: Wacken ist ein verschlafenes 1800-Seelen-Nest in Schleswig-Holstein, das ein Mal im Jahr zum Metal-Mekka wird - beim weltberühmten "Wacken Open Air" brechen rund 50000 langhaarige, tätowierte, schwarz gewandete Heavy-Metal-Fans in die ländliche Idylle ein. Schwermetall trifft auf Blechkuchen: Vor dem Hintergrund dieser kuriosen Begegnung zweier Kulturen zeichnet diese Dokumentation ein liebevolles Porträt der Dorfbewohner zwischen Kuhstall, Kirchenchor und Kaffeekränzchen.
Die Regisseurin: Sung-Hyung Cho, eine gebürtige Südkoreanerin, die seit 17 Jahren in Hessen lebt, hat sich den Menschen in Wacken mit dem neugierigen Blick einer Fremden genähert und ihnen in gespielt naiver Inspektor-Columbo-Manier die unglaublichsten Aussagen entlockt. In Wahrheit hat es die Dame vermutlich faustdick hinter den Ohren - denn ihr erster abendfüllender Film fängt nicht nur die Atmosphäre von Wacken in wunderbaren Bildern ein, er ist auch raffiniert montiert und herrlich amüsant erzählt. Kein Wunder, dass der Film überall Preise abräumt (unter anderem schaffte er es als erste Dokumentation überhaupt, das Max-Ophüls-Festival zu gewinnen): Spätestens wenn die örtliche Feuerwehrkapelle die Metalfans mit Blasmusik zu bizarrem Humtata-Headbanging animiert, sind Lachsalven im Kinosaal garantiert.
Fazit: Ein erfrischend anderer Heimatfilm - charmant, vielschichtig und hinreißend komisch. So machen Dokumentarfilme Spaß!