Das Thema: Von Jugendlichen verübte Gewaltdelikte sorgen immer öfter für Schlagzeilen. Schärfere Gesetze und harte Strafen für die Täter erscheinen vielen als einzige Mittel, des drängenden gesellschaftlichen Problems Herr zu werden. Rupert Voss und Werner Makella sehen das etwas anders. 2002 gründeten sie in Taufkirchen bei München die "Work and Box Company", eine Einrichtung, die straffällig gewordenen jungen Männern mittels eines eigenwilligen Konzepts einen Weg aus der Gewalt weisen will. Erfolgsquote: etwa 80 Prozent.
Der Regisseur: Gerardo Milsztein zeigt die schwierige Arbeit der Betreuer und stellt das dem Projekt zugrundeliegende Konzept anschaulich vor: Das Boxen im Ring mit festen Regeln, mit dem sich die meisten Teilnehmer nur langsam anfreunden, soll den Jugendlichen ein Ventil für ihre Aggressionen bieten und letztlich zu einer Auseinandersetzung mit sich selbst führen. Immer wieder wird ihnen klar gesagt, wo der Hammer hängt, doch sie kriegen auch das Gefühl vermittelt, akzeptiert zu werden; und sie erhalten Unterstützung bei der Aufnahme einer Lehrstelle oder einer Beschäftigung. Dabei bringt uns der Film fünf an der Resozialisierungsmaßnahme teilnehmende Jugendliche näher, die alle aus problematischen Familienverhältnissen stammen und die Milsztein ein Jahr lang beobachtete. Durch sie bekommt man nicht nur aufschlussreiche Einblicke in die Psyche junger Gewalttäter. Man verfolgt auch gespannt, wie in ihnen langsam Selbsterkenntnis reift, die hier der erste Schritt zur Besserung ist. Am Ende hatman das Gefühl, dass sich die Arbeit von Voss, Makella und ihren Mitstreitern lohnt.
Fazit: Ein engagierter Film, der zeigt, dass härtere Strafen für junge Gewalttäter nicht der Weisheit letzter Schluss sein müssen.