Die Story: So sieht sie aus, die Globalisierung: Jeden Tag bringen ein Dutzend Lastwagen die schmutzige Wäsche mehrerer Berliner Fünf-Sterne-Hotels in die polnische Grenzstadt Gryfino. Dort lässt eine deutsche Großwäscherei sie von polnischen Arbeiterinnen waschen, bevor sie tags darauf nach Berlin zurückgefahren wird. Eine Geschäftsidee, die aufgeht, weil Strom, Wasser und Dampf günstig von einem nahe gelegenen Kraftwerk bezogen werden können - und bei geringen Lohnkosten sieben Tage die Woche rund um die Uhr gearbeitet wird. Auf den Vorwurf, er vernichte Arbeitsplätze in Deutschland, entgegnet der Geschäftsführer: "Ich lasse nicht in Polen waschen, sondern in Europa." Und Monika, die in der Wäscherei wie ihr Mann Schicht arbeitet, sagt: "Ich bin heilfroh über diesen Job hier, sei er, wie er eben ist." Ihren Alltag sowie den von Beata, einer alleinerziehenden Mutter von drei Kindern, setzen Hans-Christian Schmid und sein Kameramann Bogumil Godfrejów mit einem genauen Gespür für Zwischentöne ins Bild. Authentischer als in seinem in derselben Region angesiedelten Ensemblefilm "Lichter" fängt Schmid, fünf Jahre nach dem Beitritt Polens zur EU, das Lebensgefühl der Menschen gleich hinter der Grenze ein.
Fazit: Ein klug beobachteter Dokumentarfilm über die Globalisierung direkt vor unserer Haustür.