Volker Koepp wurde 1944 in Stettin, dem heutigen polnischen Szczecin, geboren und wuchs in Berlin-Karlshorst auf. Seit 40 Jahren dreht er Dokumentationen, für die er auch immer wieder die Landstriche zwischen den beiden Städten aufsuchte. Seinen neuen Film hat er seiner Mutter gewidmet, die 1945 mit ihm und seinen drei Geschwistern aus Stettin fliehen musste. Er führt allerdings nicht nur in das stark mit seiner eigenen Biografie verknüpfte Gebiet zwischen der deutschen Haupt- und der polnischen Grenzstadt, sondern auch in angrenzende ostdeutsche Regionen.
Wie so oft reflektiert Koepp den Wandel der Zeiten anhand der Lebensläufe seiner Gesprächspartner. Viele von ihnen sind alte Bekannte aus einigen seiner früheren Werke, von denen hier wiederholt Auszüge zu sehen sind. Da ist etwa Elsbeth aus Wittstock, die sich seit der Schließung des örtlichen, in insgesamt sieben Koepp-Dokumentationen verewigten Textilwerks, 1995, mit den unterschiedlichsten Jobs über Wasser gehalten hat. Oder die selbstbewusste ehemalige Schweißerin Karin aus dem mecklenburgischen Schwaan, die der Regisseur bereits 1979 in "Tag für Tag" porträtierte und die nach zwei AB-Maßnahmen heute eine Erwerbsunfähigkeitsrente bezieht. Daneben kommen aber auch "Zugezogene" wie die Schauspielerin Fritzi Haberlandt zu Wort, die sich ein verlassenes Haus in der brandenburgischen Provinz herrichtete. Wie kaum ein zweiter schafft es Koepp dabei, uns seine Protagonisten nahezubringen. Aber auch die Landschaften, die er bereiste. Sein Kameramann Thomas Plenert hat wieder einmal hervorragende Arbeit geleistet.