Das Datum hatte er verdrängt. Doch als die MOPO ihn gestern fragte: "Wissen Sie, was vor genau 20 Jahren passiert ist?", da kam bei Dirk Zander die Erinnerung blitzschnell wieder: Am 29. Mai 1988 hatte er das Tor zum 1:0 in Ulm - und somit zum zweiten Bundesliga-Aufstieg des FC St. Pauli nach 1977 erzielt.
Der 43-Jährige: "Wir mussten damals gewinnen. Der Druck war groß. Das kannten wir von 1987, als wir die zwei Relegationsspiele gegen Homburg mit dem traurigen Ausgang (1:3 und 2:1, die Red.) hatten."
Ein Jahr später sollte es klappen. Das Tor des Tages fiel in der 29. Minute. Zander: "André Golke hatte rechts den Ball. Sekunden später habe ich die Kugel aus der hinteren Mittelfeld-Zentrale von ihm gefordert. Golle passte quer, der Ball hoppelte, ich nahm ihn mit links aus 25 Metern als Dropkick. Kurz danach schlug er links oben ein."
Nach dem Abpfiff fielen sich Fans und Spieler pausenlos in die Arme. Zander: "Der Aufstieg machte uns stolz, wir waren viele Hamburger Jungs. Nach der Landung auf dem Flughafen in Fuhlsbüttel war die Hölle los. Bei der Triumphfahrt über die Reeperbahn stiegen wir durch die Luken auf das Dach des Busses."
Seine Heldentat und 20 Tore in 80 Bundesligaspielen nützten Dirk nichts. Vor einem Jahr wurde er stillos als Nachwuchs-Chef gefeuert: "Das war bitter. In einer schwierigen Zeit, als es nur Negativschlagzeilen gab, habe ich mitgeholfen, den Verein für kleines Geld am Leben zu erhalten."
Das Ende nimmt er gelassen: "Ich bin nicht der einzige Spieler, der von St. Pauli so verabschiedet wurde. Aber ich habe das Thema abgehakt, bin jetzt in der Immobilienbranche tätig - mir geht's gut."
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