Sie haben Schlafprobleme? Dann gehen Sie doch einfach ins Schauspielhaus! Dort lässt es sich - wenn man nicht gerade eine der erstklassigen Produktionen des Jungen Schauspielhauses erwischt - vorzüglich schlummern. Im "Kirschgarten" etwa - oder auch in Roger Vontobels Inszenierung "Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung" nach Christian Dietrich Grabbe, die sich jüngst im Malersaal zweieinhalb Stunden lang ausbreitete. Prädikate: dilettantisch - harmlos - langweilig.
"Grabbe-Experiment" nennt der junge Schweizer Regisseur seine Arbeit. Klingt nach Schüler-Theater - ist es auch. Das fängt schon mit dem ersten "Scherz" an: Wir werden zunächst nicht eingelassen, später durch ein Hintertürchen geschleust. Auf der Suche nach der "tieferen Bedeutung" (hohoho!) hätten sich die Schauspieler verbarrikadiert, verkündet Dramaturgin Nicola Bramkamp, mit Kaffee und ganz viel Grabbe. Von dem kommt nämlich nicht nur das angekündigte Stück zur Aufführung, sondern auch ein Sammelsurium aus Briefen, Tagebuchnotizen und Teilen eines weiteren Dramas.
Serviert wird dieser Grabbe(n)-Salat auf Claudia Rohners vermüllter Camping-Bühne. Hier hausen sechs Schauspieler und ein Musiker, machen wenig Kunst und viel Klamauk, wenn sie nicht gerade gurgeln, pinkeln, saufen oder brüllen. Einzig Jana Schulz gelingen als Teufel berührende Momente.
Grabbes "Scherz...", 1822 geschrieben, ist eine Satire über die Kultur-Gesellschaft seiner Zeit. Dichterkollegen kriegen was auf die Mütze, Theaterleiter, Kritiker und Lehrer. Führt man das heute auf, muss man aktualisieren. Bei Vontobel fällt irgendwann der Name Rosamunde Pilcher. Also, ganz unter uns: Wenns sonst kein Feindbild gibt - geschenkt!
Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?