Für Sadomasochisten ist es das Paradies. Für Außenstehende ähnelt es einer Folterkammer. Vor einem Monat eröffnete das "BDSM-Domizil" in Lurup ein Appartement, das mit dem "Standpranger", "Klinik-Raum" und "Liege-Käfig" keine Sadomaso-Phantasie unbefriedigt lässt. Ein Konzept, das sich auszahlt: Bis März sind alle Wochenenden ausgebucht!
Diplom-Informatiker Jörg Schalk (39) und Reiseverkehrskauffrau Manuela Scherreiks (38) betreiben das "Bondage Dominance Sadism Masochism"-Appartement (BDSM). “Wir sind beide SMler und waren auf der Suche nach Zimmern, in denen wir unsere Neigungen ausleben können", so Jörg Schalk. “Aber in vielen Appartements stand Zubehör wie vom Sperrmüll rum und die Wände waren schwarz gestrichen, so richtig nach Klischee", sagt Manuela Scherreiks. “Wir wollten etwas schaffen, wo man sich Zuhause fühlt."
Das Paar mietet die 72 Quadratmeter große Drei-Zimmer-Wohnung an der Luruper Hauptstraße und schafft für 25000 Euro Zubehör an. Über dem vergitterten Bett hängen Peitschen an der Wand. In der "SM-Minibar"warten Karabinerhaken (4,50 Euro), Mundknebel (24 Euro) und vier Rohrstock-Arten (ab 5,50 Euro) auf die Mieter.
Auf dem "Ultra-Chair" im Wohnzimmer sind Fesseln befestigt und ein höhenverstellbarer Edelstahl-Dildo. In der anderen Ecke steht ein Hundenapf. "Der ist für Pet-Player", erklärt Manuela Scherreiks. “Die möchten wie ein Hund behandelt werden." Und der Käfig unter dem Fernseher? “Einige lassen sich hier mehrere Stunden einsperren als Vorspiel." Das Bad nennt sich “Klinik-Raum". In der Mitte steht ein knallroter Gynäkologie-Stuhl, im Schrank liegen sterile Nadeln und Desinfektions-Pads.
Die Gäste kommen aus allen Gesellschaftsschichten. Viele bleiben nur eine Nacht (ab 110 Euro für zwei Personen) oder ein Wochenende, einige auch mal fünf Tage. Manuela Scherreiks: “Es haben auch schon Paare ihre
Hochzeitsreise hier verbracht."
Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?