Die männlichen Mitspieler tauften Katja Thater während einer Pokerpartie in Las Vegas "Lady Horror" - aus gutem Grund. An diesem Tag warf sie gleich 140 von ihnen aus dem Wettbewerb. Die 40-jährige Kauffrau mit dem Killerinstinkt verdient ihren Lebensunterhalt als Profi-Pokerspielerin bei internationalen Turnieren. Geheimwaffe ist ihre weibliche Intuition.
Denn die Hamburger Zockerin erkennt Bluffer auf den ersten Blick. "Wie eine Mutter, die ihrem Sohn die Lüge von der Nase abliest." Ihren Ruf als angesehene Kartenspielerin hat sich die Kämpfernatur hart verdient. "Es erfordert viel Mut, sich das erste Mal an einen Spieltisch zu setzen", weiß Katja. Zu ihrer ersten Partie kam es, als ihr Mann Jan 1999 an einer Meisterschaft in Österreich teilnahm. Sie saß während der Spielrunden einen halben Meter hinter ihm, blickte über seine Schulter. Nach dem Turnier zockten die Teilnehmer bei privaten "Cash-Games" weiter. Plötzlich sei ihr Mann aufgestanden und bat sie, ihn zu vertreten. "Ich hatte echte Panik." Auf dem Spieltisch lagen 5000 Euro Einsatz. Doch die taffe Blondine behielt die Nerven und entschied das Spiel für sich. Ein prägendes Erlebnis. Die nächsten Wochen feilte sie auf Poker-Portalen im Internet an ihrer Strategie, wälzte Unmengen von Fachbüchern. Zocker sprechen nämlich ihre ganz eigenen Slang. "Ich halte eine Anna Kournikova, floppe einen Draw. Mein Gegner spielt, ich raise, treffe meinen Flush - er passt", beschreibt Katja einen gelungenen Coup - und wir verstehen nichts. Vier Monate später fühlte sich die Poker-Queen in spe bereit für ihr erstes Turnier in der Hamburger Spielbank. "Ich bemühte mich anfangs, solide zu spielen, da die Startgelder doch sehr hoch waren", sagt sie lapidar und spricht dabei von Summen im vierstelligen Bereich. Ihren größten Erfolg erzielte sie Anfang des Jahres beim "Nations Cup" in Cardiff, wo sie alte Hasen wie Tony "The Lizard" Bloom an die Wand spielte. Letztendlich schied sie wegen zwei "Schrottblättern" aus, wurde Zweite. "Du durchlebst bei jeder Partie das komplette Gefühlskarussell", so Katja.
Am Ende bleibt das Risiko trotz aller Spielerfahrung immer 50:50. "Jeder Zocker geht mal pleite. Doch der Ehrenkodex ist hoch und natürlich hat jeder Rücklagen." Über Gewinne spricht sie nicht. In den nächsten Monaten will Katja zu Turnieren nach Wien, Dublin und in die Karibik reisen. Neues Spiel, neues Glück.
- Die Spielbank Hamburg (Fontenay 10) bietet am 4. November ein "Single Table Tunier" für Einsteiger (Startgeld 60 Euro) an. Anmeldung unter Tel. 44 70 44 Anfänger trainieren unter: www.888.com
Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?