Die Mädchen wachten auf, als die Flammen die Fenster ihres Kinderzimmers zum Platzen brachten. Die Polizei sagt den Zündlern nun verschärft den Kampf an - und schickt eine ganze Hundertschaft auf die Straße.
Polizeipräsident Werner Jantosch zur MOPO: "Die Brandstiftungen haben ein Ausmaß angenommen, das nicht mehr zu ertragen ist. Wir haben es mit Tätern zu tun, die versuchen, Menschen zu verbrennen." Innensenator Christoph Ahlhaus (CDU) spricht von einer "erschreckend neuen Qualität der Anschläge" und bezeichnet die Täter als "Hirnlose".
Ab sofort werden jede Nacht 100 Zivilbeamte auf Hamburgs Straßen unterwegs sein. Sie sollen ausschließlich Auto-Zündler jagen - "notfalls auch unter Vernachlässigung anderer Aufgaben" (Jantosch). Dies sei in der Vergangenheit nicht immer der Fall gewesen: "Wir haben da immer noch differenziert zwischen vermeintlich politischen und anderen Delikten", sagt Jantosch. Diese Unterscheidung sei ihm aber "eigentlich vollkommen egal".
Die Hundertschaft werde "völlig unberechenbar in den unterschiedlichsten Stadtteilen auftauchen. Heute hier, morgen da". Zusätzlich wurde eine neue zentrale Ermittlungsgruppe im LKA eingerichtet. Die rund 15 Beamten sollen die gewonnenen Informationen bündeln und auswerten.
Während der Brandserie im Herbst hatte die Polizei ihren Hubschrauber "Libelle" nachts auf Streife geschickt - mit überschaubarem Erfolg. Das werde sich mit der neuen Straßen-Einheit ändern: Die Beamten sollen die Täter "verunsichern und festnehmen" und der Bevölkerung zeigen, "dass die Polizei das Problem verstärkt angeht".