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Die große Mietpreis-Studie

Was Hamburger wirklich zahlen

Mietpreisstudie

Schon die Mieterhöhung im Briefkasten? Zigtausende Hamburger bekommen dieser Tage Post vom Vermieter, Preisschock inklusive. Seit der neue Mietenspiegel raus ist, langen die Eigentümer kräftig zu. Da stellt sich die Frage: Lohnt sich ein Umzug? Der MOPO-am-Sonntag-Mietreport zeigt, wo es noch günstige Wohnungen gibt - und wo man gar nicht erst suchen muss.



Das Forschungsunternehmen "F+B" hat in fünf Jahren 10 Millionen Wohnungsangebote aus 100 Internetportalen ausgewertet. "Das ist der umfassendste Datensatz, den es gibt", sagt Geschäftsführer Bernd Leutner. "Die nahezu vollständige Erfassung aller Angebote zeigt, wie viel die Miete in jedem Stadtteil kostet." Selbst für einzelne Straßen sind Auskünfte möglich. Stichproben zeigen, dass die Werte realistisch sind. Leutner: "In 85 Prozent der Fälle entspricht die vereinbarte Miete der im Angebot verlangten."



Das Ergebnis: Im Durchschnitt werden bei einer Neuvermietung 8,72 Euro kalt pro Quadratmeter gezahlt. Wer umzieht, muss damit 29 Prozent mehr bezahlen, als der städtische Mietenspiegel als Durchschnittsmiete angibt (6,76 Euro). Immerhin: Das ist weniger, als so manche Studie der vergangenen Wochen vermuten ließ, die Horrorpreise von 10,10 Euro nannte.



Doch die Preise klettern trotz Krise. Eine Standardwohnung (zwischen 50 und 80 Quadratmeter) kostet sieben Prozent mehr als noch vor zwei Jahren. Damit steigen die Neumieten doppelt so schnell wie der Mietenspiegel, der sich zur Hälfte aus Bestandsmieten zusammensetzt.



Gleichzeitig entwickeln sich die Preise sehr unterschiedlich. Bislang billige Viertel sind plötzlich kaum noch erschwinglich. So gehört die einstige Schmuddelgegend St. Pauli zu den teuersten Pflastern der Stadt. Um 28 Prozent stiegen hier in drei Jahren die Mieten auf mehr als zehn Euro pro Quadratmeter. Grund: 16 Prozent der Neumieter sind Zuzügler - und die haben offenbar Geld genug für teure Mieten. Auch Wilhelmsburg kostet mit knapp sechs Euro elf Prozent mehr als vor drei Jahren.



Aber es gibt auch Absteiger. In Osdorf müssen Neumieter heute rund zehn Prozent weniger für eine Wohnung zahlen. Der im Westen gelegene Stadtteil bildet damit eine Ausnahme. Die Karte zeigt: Wer knapp bei Kasse ist, muss in den Osten oder Süden der Stadt ziehen.



Doch auch hier steigen die Preise. Neu gebaut wird fast nur im gehobenen Segment. Andernorts reicht Investoren die Rendite nicht. Folge: "Die stärkere Nachfrage verschärft die Situation auf dem Mietmarkt", sagt Leutner. Wer einen Umzug plant, sollte sich also beeilen.

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Datum:  20.12.2009
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