Die Reise nach Berlin rückt näher. Mit 5:0 bei Holstein Kiel hat sich der HSV in die zweite Runde des DFB-Pokals geballert. Die Tore vor 11386 Zuschauern erzielten van der Vaart, Zidan, de Jong, Choupo-Moting und Castelen. Bitter: Reinhardt kassierte nach einer Notbremse in der 81. Minute die Rote Karte.
Kaum war der Abpfiff im proppenvollen Holsteinstadion verhallt, hatte Vorstandschef Bernd Hoffmann schon seinen Traumgegner für Runde zwei ausgemacht: "Jetzt wünsche ich mir ein Heimspiel gegen St. Pauli."
Die Partie gegen Kiel erinnerte zu Beginn eher an einen lauwarmen Sommerkick als an einen hitzigen Pokalkampf. Der HSV rannte an, suchte aber vergeblich nach Lücken im Abwehrbollwerk der "Störche". Typisch Pokal: Wie aus dem Nichts hatten die Kieler in der 19. Minute die erste Riesenchance. Aber Famewo schlug sechs Meter vor dem Tor über die Murmel. Durchatmen auf der HSV-Bank, die sechs Minuten später erlöst wurde. Jarolim und van der Vaart zauberten, der Niederländer netzte aus 16 Metern - 1:0. Jubel der rund 4000 HSV-Anhänger.
Nach der Pause begann das Scheibenschießen. Mohamed Zidan feierte in der 55. Minute Torpremiere in einem HSV-Pflichtspiel. Nigel de Jong (71.), Nachwuchsbomber Maxim Choupo-Moting (88.) erhöhten auf 4:0. Bravo. Doch einer hatte noch ein Versprechen einzulösen: Neuzugang Romeo Castelen ("Wenn ich nicht gegen Juve treffe, dann in den nächsten Partien.") jagte in der Schlusssekunde die Kugel unter die Latte - 5:0. Pflicht erledigt. "Wir hatten nicht erwartet, dass es hier einfach wird. Das war ein gefährliches Spiel für uns und wir haben es professionell über die Runden gebracht", sagte Vincent Kompany. Für Coach Huub Stevens war nur eines wichtig: "Im Pokal ist entscheidend, dass du eine Runde weiterkommst." Und vielleicht erfüllt sich ja Bernd Hoffmanns Traum - ein heißes Stadtderby in Runde zwei.