Darf er oder darf er nicht? Geht es nach Rafael van der Vaart, führt er seinen HSV heute beim DFB-Pokal-Viertelfinale in Wolfsburg (17.45 Uhr/live in der ARD) aufs Feld. "Für solche Spiele sind wir alle Fußballer geworden", betonte der "Maestro" vor dem Abschlusstraining. Sein Problem: Huub Stevens traut dem jüngst angeschlagenen Sprunggelenk seines Supertechnikers nicht über den Weg. "Jeder geht davon aus, dass alles gut geht. Vielleicht habe ich das nicht so gesehen."
Erst nach einem Gespräch mit van der Vaart und der medizinischen Abteilung will Stevens eine Entscheidung treffen. Gut möglich, dass dem Kapitän nur die Jokerrolle bleibt (MOPO berichtete). "Das Sprunggelenk ist in Ordnung. Aber die Stabilität ist noch nicht 100 Prozent da. Wenn man müde wird, verliert man Konzentration und Koordination. Dann ist es ein Risiko", warnte der Coach.
Van der Vaart lässt seinen Fuß tapen, fühlt sich auch für 120 Minuten bereit, brennt auf die Partie: "Ich kann mich nicht erinnern, dass wir in Wolfsburg mal gut gespielt haben. Aber zum Glück musst du im Pokal nicht gut spielen, sondern einfach nur weiterkommen."
Gewinnen, weiterkommen - für den HSV wäre es ein historisches Ereignis. In der Saison 1996/1997 stand der Klub zum letzten Mal im Viertelfinale des Pokals, siegte gegen Bochum 2:1. Trainer damals: Felix Magath. Der vergaß vor dem heutigen Spiel nicht, den HSV über den grünen Klee zu loben. Für Stevens unnötige Streicheleinheiten: "Ich rede den Gegner vorher nicht stark. Aber ich habe auch kein Problem damit, dass andere das machen."
Klar ist: Seine Truppe will mit aller Macht in die nächste Runde. "Der DFB-Pokal ist der schnellste Weg zu einem Titel, aber nicht unbedingt der einfachste", meint van der Vaart. Allerdings: Präferenzen zwischen Meisterschaft, UEFA-Cup und DFB-Pokal wollen die Kicker nicht formulieren. Guy Demel: "Hamburg hat lange keinen Titel geholt. Man kann sich nicht erlauben, einen Wettbewerb wichtiger zu nehmen als andere." Mindestens 180 Minuten stehen noch zwischen dem HSV und dem großen Finale in Berlin. Geht es nach Rafael van der Vaart, werden es drei Stunden mit ihm als Kapitän.