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DEUTSCHER LEHRERVERBAND BEFÜRCHTET

Ansturm auf Gymnasien

Gymnasium? Gesamtschule? Haupt- und Realschule? Wer in den nächsten Wochen eine weiterführende Schule für sein Kind wählen muss, der hat es schwer! Denn die aktuelle Anmelderunde fällt direkt in die Umbruchphase des Schulsystems.



"Die Eltern sind sehr verunsichert", sagt Matthias Oehlrich, Vorsitzender des Deutschen Lehrerverbandes. "Sie wissen nicht, wie sich die Schulen durch das Zwei-Säulen-Modell verändern werden." Oehlrich befürchtet nun einen Ansturm auf die Gymnasien - die einzige Schulform, an der es keine großen Änderungen geben wird. "Doch eine panische Flucht auf das scheinbare sichere Gymnasium wäre fatal." Sollte es so kommen, fordert er Aufnahmeprüfungen.



Für das geplante Zwei-Säulen-Modell sollen Haupt- und Realschulen und Gesamtschulen zu Stadtteilschulen zusammengefasst werden. Welche Schulen sich zusammenschließen und an welchen Standorten, diese Frage wird aber erst im Sommer feststehen. Klar ist bisher nur eins: An allen Schulen kann in Zukunft Abitur gemacht werden. "Wir können den Eltern jetzt aber noch nicht sagen, mit welcher Schule wir kooperieren", sagt etwa Diemut Severin, Leiterin der Haupt- und Realschule Othmarscher Kirchenweg. Damit ist aber auch nicht klar, wo die Kinder nach der 10. Klasse auf die Oberstufe gehen.



Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig gab gestern überraschend bekannt, dass die Stadtteilschule notfalls statt 2009 erst zum Schuljahr 2010 eingeführt wird. Dinges-Dierig: "Wenn in den Regionen im Sommer kein zufriedenstellendes Ergebnis vorliegt, dann nehmen wir uns die Zeit für eine Verschiebung." Die vom Lehrerverband geforderten Aufnahmeprüfungen lehnt die Senatorin ab. Der Elternwille müsse bestand haben.



Die Opposition kritisiert, dass die Senatorin immer noch nicht mit konkreten Fakten aufwarten kann. "Weder die Zahl der Lehrerstellen ist klar, noch die Größe der Klassen oder der Schulen", so GAL-Chefin Christa Goetsch. Britta Ernst (SPD) monierte: "Die vorgesehenen acht Wochen Beratungszeit sind zu kurz für Lehrer, Eltern und Bezirksvertreter, um Lösungen zu suchen."

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Datum:  16.1.2008
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