Seit Jahrzehnten kämpfen die Anwohner der A7 gegen den Verkehrslärm, fordern einen "Deckel". Nun ist ihr Ziel in greifbare Nähe gerückt: Der Bund hat grünes Licht gegeben, und Stadtentwicklungssenatorin Anja Hajduk (GAL) sprach von einer einmaligen "Chance, ein seit fast 40 Jahren durch die Autobahn zerstörtes Stadtgefüge zu heilen. Diese historische Gelegenheit dürfen wir nicht verpassen."
Auf einer Länge von 3,75 Kilometern soll die A7 mit insgesamt drei Deckeln lärmdicht gemacht werden: Im Bereich der Anschlussstelle Bahrenfeld, im Bereich Stellingen von der Güterumgehungsbahn bis zur Kieler Straße und in Schnelsen. Auf den Deckeln sollen rund 25 Hektar neue Parkanlagen, Spielflächen und Kleingärten entstehen. Da der Bund nur die 730 Meter Lärmschutzdeckel in Othmarschen und 960 Meter in Stellingen finanziert, Hamburg aber eine "große Lösung" mit mehr überdeckelten Flächen will, muss die Stadt bis zu 180 Millionen Euro selbst zahlen. "Das geht nur mit einer Gegenfinanzierung", so Hajduk.
So sieht der Plan vor, städtische Flächen im Umfeld der Autobahn, die durch die Verlegung der Kleingärten frei werden, für Wohnbebauung zu nutzen. Ab Mitte 2011 sollen die Bauarbeiten beginnen, die voraussichtlich bis 2017 dauern werden. "Die getrennten Stadtteile Othmarschen, Bahrenfeld, Stellingen und Schnelsen werden wieder zusammenwachsen", so Hajduk.
Dass für die Gegenfinanzierung rund 500 Kleingärten in Altona und 60 in Eimsbüttel verlegt werden müssen, sieht Hajduk gelassen. "Es werden dafür rund 350 Kleingärten in Altona und bis zu 200 in Eimsbüttel Ersatzflächen auf dem Deckel bekommen", so Hajduk. Sie sei sich bewusst, dass die Kleingärtner Front gegen die Verlegung machen, in Altona läuft gar ein Bürgerbegehren dazu. Doch das Argument der Initiative "Apfelbaum braucht Wurzelraum", die Erdaufschüttung sei nicht tief genug für die Anpflanzung von Bäumen, sei hinfällig. "Die Erdaufschüttung wird rund 1,20 Meter betragen. Tief genug für Bäume", so Hajduk.
Für den Fall, dass das Bürgerbegehren in Altona gegen die Verlegung der Kleingärten erfolgreich ist, habe Hajduk nach eigenen Worten keinen "Plan B". Das Finanzierungskonzept des Senats wäre dann allerdings hinfällig. "Ich hoffe sehr, dass wir für unsere Pläne die nötige Akzeptanz gewinnen", so Hajduk.
Ein weiterer Deckel soll in Schnelsen um das Zentrum Frohmestraße gebaut werden. Bislang zerschneidet die A7 Schnelsen. Durch die Deckelung soll ein neues, begrüntes Zentrum entstehen.
Hier wird gebaut
Altona mit Blick aus Richtung Lutherpark in Richtung Elbe. Die A7 soll hier überdeckelt werden. Die schraffierten Bereiche sind die Kleingartengebiete, die auf den Deckel verlegt werden sollen. Auf den ehemaligen Flächen der Kleingärten soll dann Wohnbebauung erfolgen. Ebenfalls auf dem Deckel geplant: Parkanlagen und Spielflächen.
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