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DER NORD-SÜD-GIPFEL TEIL I HSV 1860 MÜNCHEN

"Das ist wie Europapokal"

Die Uhr in der Nordbank Arena ist Bernd Hoffmann schon lange ein Dorn im Auge - das machte er bei seiner Rede zum Abschluss der Mitgliederversammlung noch einmal überdeutlich. Wie ein Conferencier spazierte der euphorisierte Vereinsboss über die Bühne, riss so dies und jenes an und kam dann auf die Zeit zu sprechen. Auf die 45 Jahre und 156 Tage Bundesligazugehörigkeit zum Beispiel. Der HSV immer dabei - schön, gut. "Aber in meinem Kopf läuft eine andere Uhr", verriet Hoffmann. Seit dem 20.6.1987 ist der Dino ohne Titel. "Und ganz leise wünsche ich mir, dass wir Pokalsieger werden." So wie damals - vor mittlerweile 21 Jahren und 221 Tagen - beim 3:1 gegen die Stuttgarter Kickers.



Die nächste Hürde auf dem Weg der ewig Triumphlosen ist 1860 München. Und der bedauernswerte Zweitligist muss sich beim Auftritt in Hamburg mit einer imposanten Kulisse auseinandersetzen. Knapp 50000 Fans werden heute erwartet. "Die meisten unserer Spieler kennen eine solche Atmosphäre gar nicht", bekennt Löwen-Star Benny Lauth, der im Dezember 2006 letztmals das Trikot mit der Raute trug.



Von Atmosphäre wissen sie auch beim HSV ein Lied zu singen - vor allem Mladen Petric ist vollkommen klar, wie Pokalfights riechen und schmecken. Mit Borussia Dortmund scheiterte der Knipser im letzten Finale erst in der Verlängerung an den Bayern. "Das hätten wir gewinnen können", erinnert sich der Pokal-Held. Mit fünf Pokaltreffern hatte er die Borussia ins Endspiel geballert - und genau dort in Hamburg wieder angeknüpft. In der zweiten Pokalrunde erlegte der "Magier" Bochum per Doppelpack. "Es ist der kürzeste Weg nach Europa. Und für jeden Spieler ist das Finale in Berlin ein unvergleichliches Erlebnis."



Den Sprung ins Endspiel gibt es nicht geschenkt. "Die 60er haben in der 2. Liga die wenigsten Gegentore kassiert", erinnert Jol an die Abwehrstärke der Löwen. "Es ist oft vorgekommen, dass Zweit- oder sogar Drittligisten eine Bundesliga-Mannschaft rausgehauen haben", warnt Petric. "Wenn wir verlieren, ist ein Ziel schon unerreichbar. Wir müssen die Partie angehen wie ein Europapokal-Spiel."



Flutlicht, volle Bude - Spieler und Fans sind nach 45 Tagen Pause gierig auf rollende Bälle. In 123 Tagen könnte die Gier des Vorstandsvorsitzenden nach Titeln gestillt werden - am 30. Mai steigt das Pokal-Finale in Berlin. Vielleicht der Beginn einer neuen Zeitrechnung.

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Datum:  27.1.2009
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