Die Luft ist raus. Seit zwei Jahren sind Reporter Ludo (Til Schweiger) und Erzieherin Anna (Nora Tschirner) nun ein Paar, die Verliebtheit der Anfangszeit ist längst einem unromantischen Alltagstrott gewichen. Da kommt ein wenig frischer Wind von außen ganz gelegen, um das Feuer neu zu entfachen: Ludo trifft zufällig auf seine alte Flamme Marie (Edita Malovcic), und Annas Ex-Freund Ralf (Ken Duken) quartiert sich sogar vorübergehend in ihrer Wohnung ein. Bei dieser beziehungstechnisch explosiven Konstellation ist es nur natürlich, dass bald ganz gehörig die Fetzen fliegen.
Bei über sechs Millionen Kinobesuchern für "Keinohrhasen" liegt wohl kaum etwas ferner, als beim zweiten Anlauf alles anders zu machen. Deshalb hat Til Schweiger nach dem Motto "Never change a winning team" auch lauter alte Bekannte um sich versammelt. Das Drehbuch verfasste er erneut mit Schreibpartnerin Anika Decker - die erste Fassung in nur zehn Tagen im Türkei-Urlaub. An der Seite von Schweiger wärmt die bezaubernde Nora Tschirner ihre Paraderolle als schlagfertige Kindergärtnerin auf. Selbst das kuschelige Plakatmotiv ist wieder haargenau dasselbe - ein Novum in der Filmgeschichte.
Ludos bester Kumpel Moritz wird erneut von Matthias Schweighöfer verkörpert, der diesmal eine megapeinliche, mehrminütige Toiletteneskapade überstehen muss. Wladimir Klitschko, dessen Traumhochzeit mit Yvonne Catterfeld im ersten Teil noch harsch unterbrochen wurde, ist auf ausdrücklichen Wunsch des ukrainischen Verleihs wieder mit dabei: In seiner ukrainischen Heimat ist die Werbekampagne für den Film voll auf den Miniauftritt des Boxweltmeisters zugeschnitten.
Nach Jürgen Vogel, der mit blonder Perücke und falschen Zähnen in "Keinohrhasen" die Boulevardpresse verhohnepiepelte, geben sich auch diesmal wieder namhafte Gaststars die Ehre. Neben Uwe Ochsenknecht und zwei Kandidatinnen aus Schweigers RTL-Casting-Flop "Mission Hollywood" ist da vor allem Heiner Lauterbach zu nennen, der als irrer Herb im Häschenkostüm für überdrehte Unterhaltung sorgt.
Ob "Zweiohrküken" an den überragenden Erfolg seines Vorgängers tatsächlich anknüpfen kann? Die Reaktionen der Berliner Premierengäste sprechen auf jeden Fall dafür. Zwar wurden hier und da Längen im letzten Drittel beklagt, 124 Minuten sind für eine romantische Komödie eben nicht gerade wenig, ansonsten zeigte sich das Publikum aber durchweg begeistert.
Fazit: Eine Bewertung entfällt, da der Film der Presse vorab nicht gezeigt wurde.
124 Min., ab 12 Jahren, Blankeneser Kino, UCI (alle), Cinemaxx (alle), Hansa-Filmstudio, Koralle ´ Trailer sehen auf www.mopo.de